Facebooktwitterpinterestrssinstagram

Bei Offshore-Bauarbeiten

Wrack aus dem 30-jährigen Krieg vor dänischer Küste entdeckt

Bei Offshore-Bauarbeiten vor der dänischen Küste ist vor einigen Tagen das Wrack eines Segelschiffes aus dem 30-jährigen Krieg gefunden worden.

Schiffswrack Dänemark
Seeschlacht bei Fehmarn nach dem Maler Jan Van der Velde. Links Enterung der dänischen Patientia, rechts daneben Vernichtung der Lindormen, ganz rechts unbekanntes dänisches Schiff in Flammen. (gemeinfrei)
Die „Delmenhorst“, so der Name des Fundstücks, segelte bis zu ihrem Untergang am 13. Oktober 1644 in der Schlacht bei Fehmarn unter dänischer Flagge.

Nach Angaben des Museumsinspektors im Wikingerschiffsmuseum in Roskilde, Morten Johansen, bedienten sich die schwedischen und niederländischen Angreifer einer List, um die Delmenhorst zu versenken.

Die Alliierten steckten eines ihrer eigenen Schiffe in Brand, um es als Waffe zu benutzen. Nachdem es lichterloh in Flammen in die Delmenhorst gesteuert worden war, gab es kein Entkommen mehr.

„In den letzten Stunden der Seeschlacht – draußen am Nachmittag – lief die Besatzung der Delmenhorst in Küstennähe auf Grund, wo sie hoffte, das Schiff mit Hilfe einer riesigen Kanonenbatterie an der Küste verteidigen zu können. Die Schweden schickten einen ‚Brenner‘ – ein brennendes Schiff – direkt in das dänische Kriegsschiff, das dann in Flammen aufging und schließlich verloren ging“, so Morten Johansen.

Delmenhorst Wrack
Meeresarchäologen des Wikingerschiffsmuseum Roskilde führen derzeit Tauchuntersuchungen des Wracks eines großen Kriegsschiffs aus dem 17. Jhd. durch. Das Schiff ist vielleicht das letzte der drei versunkenen Kriegsschiffe aus der Schlacht im Fehmarnbelt von 1644, es ist höchstwahrscheinlich das dänische Kriegsschiff Delmenhorst. (Foto: Morten Johansen / Wikingerschiffsmuseum)
Heute liegt das Schiff unweit der dänischen Küste auf Grund, fast vollständig vom Morast des Meeresbodens bedeckt.

Gegen Ende des 30-jährigen Krieges griffen schwedische Truppen überraschend Dänemark an. Die Schlacht bei Fehmarn war Teil dieser Auseinandersetzung, die als Torstensson-Krieg in die Geschichtsbücher einging.

Archäologen haben auch Funde aus dem täglichen Leben auf dem Schiff gemacht – darunter eine Rechenmünze – eine flache Münze, die damals als einfacher, aber effektiver Taschenrechner verwendet wurde. (Foto: Morten Johansen / Wikingerschiffsmuseum)
Durch den Sieg der schwedisch-niederländischen Flotte in der Schlacht bei Fehmarn war die Seeherrschaft Dänemarks in der Ostsee abrupt gebrochen.

Lesen Sie auch: Drei Schiffswracks aus dem 17. Jahrhundert im Herzen Göteborgs gefunden

sh

Facebooktwitterredditpinterestmail
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen