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Martin Müller – professioneller Kartenspieler

Däne ist jüngster Teilnehmer bei Magic-Weltmeisterschaft

Martin Müller aus Dänemark hat am Wochenende an den mit 300.000 Dollar dotierten Magic: The Gathering Weltmeisterschaften in Boston teilgenommen. Als jüngster von 24 Spielern schaffte er es nicht ins Finale der Top 4 am Sonntag. Trotzdem durfte er noch einmal ran, weil er mit seinem Team auch im Finale der Team-Series stand.

Magic-Weltmeisterschaft in Boston
„Chandra Torch of Defiance“ (Magic: The Gathering, and their logos are trademarks of Wizards of the Coast LLC in the United States and other countries.©2009 Wizards. All Rights Reserved.)

Ein Däne, der eine Hydra, Drachen und einen Skarabäen-Gott in die Schlacht schickt? Dabei denkt man vielleicht an Hamlet, der von einem wilden Mix aus griechischer, nordischer und ägyptischer Mythologie träumt. Aber Martin Müller ist kein Prinz, sondern professioneller Kartenspieler.

Magic: The Gathering – eine Art Schach in Kartenform

Magic ist das älteste und größte Sammelkartenspiel der Welt mit Million Spielern. Es gibt eine Pro Tour und Grands Prix von Las Vegas bis Sydney, Hongkong oder Kopenhagen. Die Spieler kämpfen gegeneinander, indem sie Kreaturen, Hexereien und Artefakte mit Mana beschwören. Je nach Format stellt man aus rund 200 bis zu über 10.000 verschiedenen Karten sein Deck zusammen. Wer zur Weltspitze gehören will, braucht Erfahrung, Wahrscheinlichkeitsrechnung und starke Nerven. Vor wichtigen Turnieren testen die Profis wochenlang in Teams Deckvarianten und tüfteln an Strategien gegen Decks, die sie bei ihren Gegnern erwarten.

Müller, mit 19 Jahren einziger Teenager bei der WM, war zum dritten Mal infolge dabei. Seit drei Jahren spielt er auf der Pro Tour und hat bisher knapp 100.000 Dollar Preisgeld gesammelt. Seinen bislang größten Erfolg feierte der Däne gleich zu Beginn seiner Karriere: Als Kapitän führte er Dänemark 2014 zur Team-Weltmeisterschaft. Das war damals mindestens so überraschend wie der Gewinn der Fußball-EM 1992.

In einem engen Feld verpasst Müller das Finale

Die Vorrunde der WM am Freitag und Samstag startete mit je drei Runden eines Drafts. Das heißt: Jeder Spieler öffnet eine Packung mit 15 Karten, sucht eine aus und gibt die restlichen Karten weiter. Von den 14 Karten wählt wieder jeder eine aus – solange, bis alle Karten weg sind. Das Gleiche passiert mit einem zweiten und dritten Päckchen. Nach dem Draft folgten vier Runden im Constructed-Modus. Dabei stellen die Spieler ihre Decks schon vor dem Turnier zusammen.

Im Draft konnte Müller kein Spiel gewinnen, im Constructed-Modus lief es besser: 6 Siege bei 2 Niederlagen, zumindest hier war keiner der vier Finalisten besser. Am Ende reichte es aber nur zu Platz 21. Grämen musste er sich deshalb nicht: Insgesamt war er einer von nur zwei Spielern unter 27 Jahren, der Jüngste in den Top 4 zählte 30 Lenze. Müller hat also noch ein paar Jahre, um es ganz nach oben zu schaffen.

Lange Zeit zum Trauern blieb ihm ohnehin nicht: Sein Team Genesis war eines der zwei besten der neuen Team-Series. In seinem Team, alle 6 Mann stark, war unter anderem der Weltmeister von 2015, Seth Manfield aus den USA. Gegen den klaren Favoriten, das rein japanische Team Musashi, hatte Genesis aber keine Chance. Den Einzeltitel und 100.000 Dollar gewann übrigens William Jensen aus den USA. Der ist 35 und spielte schon Magic, als Dänemark amtierender Fußball-Europameister war und Müller höchstens in den Träumen seiner Eltern existierte.

Benjamin Honda

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