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Miserable Menschenrechtslage

Dänemarks Nationalmannschaft reist ohne Angehörige zur WM in Katar – und trägt Protest-Trikot

Im November startet in Katar die in vielerlei Hinsicht scharf kritisierte Fußball-Weltmeisterschaft. Gut hörbar gärt daher in vielen Verbänden die Frage, wie denn nun umzugehen ist mit einem Gastgeberland, in dem nicht nur der Ball mit Füßen getreten wird, sondern auch die Menschenrechte.

Dänemark Fußballnationalmannschaft Katar
Das Logo des dänischen fußballverbandes auf einem Trikot, Dansk Boldspil-Union.
(Foto: depositphotos)
Dänemarks Team scheint nun für sich eine Lösung gefunden zu haben. Laut Reuters haben Spieler und Verband gemeinsam beschlossen, ohne Angehörige nach Katar zu reisen. Aus Protest gegen die Menschenrechtslage wolle man seine Präsenz auf ein Minimum beschränken, heißt es dazu.

„Wir wollen nicht dazu beitragen, Katar Profit zu verschaffen“, teilte die Kommunikationsführung des dänischen Fußballverbandes DBU mit. „Deshalb haben wir unsere Aktivitäten so weit wie möglich gedrosselt – und die Flüge aller Angehörigen unserer Spieler abgesagt.“

Zudem hat der dänische Ausrüster Hummel letzte Woche erklärt, die Mannschaft für die WM mit einem Protest-Trikot ausstatten zu wollen. Demnach wird Dänemark, sonst für gewöhnlich in den Nationalfarben Rot und Weiß gekleidet, in Katar auch ein schwarzes Shirt im Gepäck haben.

Bei allen anderen Trikots habe man die Details bewusst unscharf drucken lassen, teilte Hummel mit. Sichtbar wird er also sein, der Protest der dänischen Mannschaft, die ihre WM-Kampagne am 22. November gegen Tunesien beginnen wird.

Katar wurde im Vorfeld des Turniers u.a. von internationalen Menschenrechtsgruppen wegen seines Umgangs mit Wanderarbeitern heftig kritisiert. Analysen kamen zu dem Schluss, dass für den Bau der WM-Stadien Tausende ihr Leben ließen. Vor allem Arbeitskräfte aus Südasien.

Die Regierung Katars hat das natürlich dementiert, aber inzwischen eingeräumt, noch kein ausgereiftes Arbeitssystem entwickelt zu haben. Dem gegenüber steht ein Amnesty-Bericht aus dem Jahr 2021, wonach Ausbeutung von Wanderarbeitern noch immer an der Tagesordnung stehe.

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