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Wertvoller Vorgänger der Münzen

Litauen: Stangen-Geld aus 13. Jh. bei archäologischer Ausgrabung in Kernavė entdeckt

Archäologen haben in der litauischen Gemeinde Kernavė bei Ausgrabungen in den Überresten eines verfallenen Herrenhauses einen mittelalterlichen Geld-Schatz entdeckt. Zu Tage kamen allerdings keine Münzen, sondern Silberstangen, die in der Region bis ins 16. Jahrhundert als Zahlungsmittel dienten.

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Das Geld aus Silberstangen in einer Grube der archäologischen Stätte. (Foto: Archäologisches Museum Kernavė)

„Völlig unerwartet wurde bei der Erforschung der Überreste des Gutshofs von Kernavė ein Schatz aus litauischem Stangen-Geld aus dem 13. und 14. Jahrhundert gefunden“, schrieb das archäologische Museum der Gemeinde an diesem Freitag in einem Facebook-Beitrag.

Nach Angaben des Museums wurden insgesamt fünf der wertvollen Stangen gefunden. Dabei handelt es sich um halbrundes Lang-Silber mit standardisiertem Gewicht, das vor Jahrhunderten für Geldgeschäfte verwendet wurde – in der Landessprache „Lietuviški ilgieji“ genannt.

Geldstangen wurden ab Mitte des 14. Jahrhundert von Münzen abgelöst

Verwendet wurde das Langgeld ab dem 11. Jahrhundert als das erste offizielle Zahlungsmittel in Litauen. Die Stangen waren 10 bis 17 Zentimeter lang und wogen 100 bis 105 Gramm. Ab etwa der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden sie mehr und mehr von Münzgeld abgelöst.

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Die Ausgrabungen im Bereich eines verfallenen Herrenhauses. (Foto: Archäologisches Museum Kernavė)

Laut Andrius Janonis, Leiter des Museums der archäologischen Stätte Kernavė, dürfte der Wert der Silberstangen hoch gewesen sein: „Es gibt noch keine einhellige Meinung, wie viel sie wert gewesen sind. In jedem Fall war er hoch und reichte wohl für ein paar Schafe oder eine Kuh.“

Weitere Analysen werden laut Janonis nötig sein, um den Wert des Fundes besser bestimmen zu können. „Wahrscheinlich wird es im nächsten Schritt eine chemische Analyse geben, um den Silbergehalt des Langgeldes zu bestimmen“, sagte er gegenüber LRT.lt.

Geplant ist, dass die Funde anschließend im Archäologie-Museum von Kernavė ausgestellt werden. Kernavė war das mittelalterliche Zentrum des Großherzogtums Litauen, etwa 30 Kilometer nordwestlich der heutigen Hauptstadt Vilnius gelegen.

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