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„Kann das alles kaum glauben“

England: Hobbyarchäologe entdeckt 2000 Jahre alte Goldmünze – mit Namen von bislang unbekanntem König

Unglaublich, was Hobbyarchäologe Lewis Fudge mit seinem goldenen Fund alles losgetreten hat: eine Fachdiskussion über einen bislang unbekannten König, Schnappatmung bei englischen Auktionatoren und nicht zuletzt einen neuen Wikipedia-Eintrag, der „Esunertos“ gewidmet ist.

Bilder 1 bis 3: Spink & Son Auction London

Angefangen hat alles mit dem Wunsch des passionierten Metalldetektor-Nutzers, einen Acker in Hampshire nach Spuren aus der Vergangenheit abzusuchen. Er brauchte dafür nur die Erlaubnis des Bauern, die er umgehend erhielt. Ein sehr lohnendes Ja-Wort, wie dieser Tage bekannt wurde.

Denn: Die Goldmünze aus der Zeit kurz vor Christi Geburt, die Fudge dort im Frühjahr 2023 aufspürte, schlägt in Historikerkreisen höchste Wellen. Dr. John Sills vom Ashmolean Museum in Oxford spricht von „einer der wichtigsten keltischen Münzentdeckungen seit Jahrzehnten“.

Das sehr Besondere an dem Unikat ist, dass es eindeutige Hinweise auf jenen eingangs genannten „Esunertos“ enthält – einen König, der selbst der Fachwelt bislang unbekannt gewesen sein soll. Und von dem nun angenommen wird, dass er von einer Festung namens Danebury aus regierte.

Dem Namen nach war Esunertos zu Lebzeiten „Mächtig wie Gott Esos“

Führende Numismatiker haben die Goldmünze und ihre namentliche Prägung „IISVNIRTOS“ inzwischen untersucht. Ihrem Urteil nach muss Herrscher Esunertos in der namentlichen Entsprechung „Mächtig wie Gott Esos“ gewesen sein.

Den Wert der Münze durfte Finder Lewis Fudge letzte Woche bei einer Auktion im Traditionshaus Spink in London am eigenen Leib erfahren. Statt der ursprünglich anvisierten 4.000 Pfund wurden mit der Münze sagenhafte 20.400 Pfund (23.400 Euro) erzielt.

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Die alte Danebury-Wallfestung bei Andover (Hampshire) könnte das Machtzentrum von König „Esunertos“ gewesen sein. (Foto: University of Southampton)

Fudge teilte der Daily Mail zu dem für ihn surrealen Tag der Versteigerung mit, er sei überglücklich und „wäre ohne die Menschen im Auktionssaal wahrscheinlich herumgesprungen“. Auch deshalb, weil er allen privaten Kaufangeboten, die ihn zuvor erreichten, gewinnbringend widerstanden hat.

Mit dem sagenhaften Erlös hat die Münze eine Art Weltrekord aufgestellt

Mit dem Erlös hat die zwischen 50 und 30 vor Christus geprägte Münze sogar eine Art Weltrekord aufgestellt. Und zwar deutlich, da eine artenähnliche „Medusa“-Münze den bisherigen Höchstwert von „lediglich“ rund 11.000 Pfund hielt.

Gregory Edmund, Spezialist für eisenzeitliche Münzen beim Auktionshaus Spink, dazu: „Dieses fabelhafte Stück prähistorischer Kunst vervollständigt das Bild, das wir im Kopf haben, wenn wir an das eisenzeitliche Britannien denken – das Schlachtross und den Streitwagen.“

Hier noch der Verweis auf die englischsprachige Wikipedia-Seite, die Lewis Fudge mit seinem Metalldetektor sozusagen aufgeschlagen hat. „Ich kann das alles kaum glauben“, sagte er im Anschluss an die Auktion.

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