Der Reiseführer für ein Wochenende

Kurztrip – Was tun in Riga?

| 15.01.2018 - 13:10 Uhr

Übernachten, essen, trinken, shoppen und sehen. – Was tun in Riga?

Jugendstilviertel in Riga - Was tun in Riga?

Im weltbekannten Jugendstilviertel in Riga. (Foto Nordisch.info)


Ein Wochenende in Riga, vielleicht sogar nur einen Tag – was kann ich tun? Wir haben eine kleine Auswahl an Dingen zusammengestellt, die man in Riga bei einem Wochenendtrip unternehmen könnte.

Sehen

Altstadt von Riga

In der Altstadt von Riga. (Foto Nordisch.info)

  1. Kleine Gassen und prächtige Fassaden: In Rigas fast vollständig autofreier Altstadt kann die 800-jährige Geschichte der Hansestadt bequem zu Fuß erkundet werden. Hinter jeder Ecke lauert eine spannende, romantische oder witzige Episode. Oder wissen Sie etwa schon, wie der Wiederaufbau des Pulverturms finanziert wurde?

  2. Wer über die Grenzen der alten Wallanlagen hinaus wandert, findet etwas nördlich, rund um die Elizabetes iela und Alberta iela, das weltbekannte Jugendstilviertel. Oder man erkundet jenseits der Eisenbahn die berühmten Markthallen und kostet von den dort angebotenen Spezialitäten.

  3. Hinter den Markthallen liegen gleich die „Spīķeri”. In den alten Backsteinspeichern aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. ist in den letzten Jahren ein buntes Kreativquartier entstanden.
    Web: www.spikeri.lv

  4. Für heiße Sommertage bietet das Freilichtmuseum am Ende der Straßenbahnlinien 1, 3 und 6 eine gute Flucht aus der Stadt. Seit 1924 können dort im typisch lettischen Kiefernwald am Ufer des malerischen Juglas Ezers alte Bauernhöfe, Fischerhütten etc. aus allen Teilen des Landes besichtigt werden.
    Web: www.brivdabasmuzejs.lv

  5. Im kleinen Museum im Mencendorfa Nams („Mentzendorff-Haus“, Ecke Grēcinieku und Kungu iela) kann man ansehen, wie ein Rigaer Bürgerhaus vor 350 Jahren ausgesehen hat
    Web: www.mencendorfanams.com

Übernachten:

Wegweiser Riga

Was tun? Wo übernachten? (Foto Nordisch.info)

  1. Mitten im Herzen der Altstadt liegt das Hotel „Radi un Draugi“ („Verwandte und Freunde“, Mārstaļu iela 3). Ein ideales Quartier, da man direkt vom Frühstückstisch aus jedes Ziel in der Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß erreichen kann.

    Nach verschiedenen Erweiterungen verfügt das Hotel mittlerweile über 71 Einzel- und Doppelzimmer und ein eigenes Restaurant. Der besondere Clou aber ist, dass seit der Eröffnung der größte Teil des Gewinnes in die Förderung von Kindern mit Behinderungen oder aus sozial schwachen Familien in Lettland geflossen ist.
    Web: www.hotelradiundraugi.lv

  2. Wer nicht gleich vier Sterne braucht oder einfach nicht auf den Backpacking-Charme verzichten will, sollte unbedingt im „Naughty Squirrel“-Hostel (Kalēju iela 50) sein Bett buchen. Ebenfalls in der Altstadt (und nur wenige Gehminuten von Bushaltestelle, Busbahnhof und Bahnhof entfernt) bietet das „unanständige Eichhörnchen“ Klasse-Service durch ein großartiges Team. Ich habe dort schon viel erlebt. Aber nie böse Überraschungen.
    Web: www.naughtysquirrelbackpackers.com

Genießen

Kafejnica Riga

Kafejnica – der Zugang zu frischem Kaffee, Kuchen und Sandwiches.
(Foto Nordisch.info)

  1. Nicht nur die vielen Besucher, auch die Heerscharen der Angestellten und Beamten, die im Zentrum Rigas ihre Büros haben, bekommen mittags Hunger. Daher finden sich neben den auf die Touristen ausgerichteten Restaurants viele Filialen von Pizza- und Sushi-Ketten, aber auch klassische „Ēdnicas”, in denen man – wie in einer Kantine – sein Tablett mit Speisen füllt und dann zur Kasse geht.

    Am berühmtesten ist hier sicherlich „Lido“, das mit 14 Filialen unterschiedlicher Größe in ganz Riga typisch lettische Kost anbietet. Am besten geht man in das „Vērmanitis“ (Elizabetes iela 65), das Lido direkt am „Wöhrmannschen Garten“: Auf Grund seiner Größe gibt es hier stets die größte Auswahl an Speisen – vom legendären Sauerkraut bis zu gefüllten Pfannkuchen.
    Web: www.lido.lv

  2. Direkt gegenüber vom Schloss findet man eine Kellertreppe, die zur „Alten Jungfer mit Katze“ („Vecmeita ar kaķi“ Mazā Pils iela 1) führt. Das kleine Restaurant, das liebevoll eingerichtet ist, bietet regionale Küche in ruhigem Ambiente. Ob für eine entspannte Mittagspause beim Sight-Seeing oder ein gemütliches Abendessen zu zweit: Unter Umständen sollte man vorher reservieren.
    Web: www.facebook.com/vecmeita

  3. Und wer wirklich lang in Rigas Nachtleben unterwegs ist, weiß auch, dass der „Pelmeņi XL“ in der Kaļķu iela 7 noch offen hat, wenn die Lieblingskneipe schließt. Pelmeni und Suppe (Soljanka!) werden in dieser Kantine im Herzen der Altstadt selbst portioniert und nach Gewicht bezahlt. Katerprophylaxe mit Kultstatus.

Trinken und Nachtleben

Nachtleben: Nachtklub und Cocktailbar Riga

Nein, kein Nacktklub, sondern Nachtklub und Cocktailbar. (Foto Nordisch.info)

  1. Riga hat viele nette Bars und Kneipen. Gerade in der „Petersburger Vorstadt“ (Vidzemes priekšpilsēta – rund um den Brīvibas Bulvaris) gibt es viele kleine Kneipen, die zu finden aber nicht immer leicht ist.

  2. An dieser Stelle sei stattdessen auf die Lieblingskneipe des Autors, den Folkklubs Ala in der Peldu iela verwiesen. In den Kellergewölben bekommt man zur möglicherweise größten Auswahl lettischer Biere – darunter auch Hanf-Ingwer-Bier oder Johannisbeerbier – und den besten Spirituosen des Landes auch phänomenale „Ķiploku grauzdiņi“ (in Knoblauch frittiertes, typisch lettisches Brot). Auch der große Hunger wird landestypisch und kompetent versorgt.

  3. Seit einigen Jahren hat das legendäre „Rock Café“ aus der Mutterstadt des lettischen Rock’n’Roll, Liepaja, auch eine Dependance in der Hauptstadt. Im „Reitera Nams“ einem historischen Bürgerhaus in der Altstadt (Mārstaļu iela 2/4) gibt es viel Livemusik, Events und gutes Bier.
    Web: www.rockcafe.lv

Einkaufen

Was tun im Zentralmarkt Riga

Im Zentralmarkt von Riga – der „Fleischhangar“. (Foto Nordisch.info)

  1. Gerade die vielen Studenten Rigas werden sich gefreut haben, als im Galerija Centrs, dem Einkaufszentrum in der Altstadt, endlich auch ein H&M aufmachte und man nicht mehr nach Hamburg oder Stockholm fliegen musste. Bauhistorisch interessant (Kern ist das historische Armeekaufhaus), ist es doch eine Mall mit den üblichen internationalen Angeboten.

  2. Stattdessen sollte man lieber den Zentralmarkt besuchen. Denn der besteht nicht nur aus den vier großen Hallen (Fleisch, Gemüse, Milch und Fisch), die allein schon den Besuch lohnen. An die Hallen schließt sich der Außenbereich mit Ständen und kleinen Buden an, wo man sich einfach mal umschauen sollte.

  3. Wer Gestricktes mag (oder verschenken will) oder gerne tolle Wolle zum Selbststricken mitnehmen möchte, ist bei „Tīnes“ in der Riharda Vagnera iela 5 genau richtig. Socken, Mützen, Schals und viel mehr in den alten Mustern der lettischen Volkstradition, dazu Wollknäuel in vielen tollen Farben. Und alles aus reinen Naturfasern!
    Web: www.tines.lv

Text von Dr. Martin Pabst

Über den Autor
Dr. Martin Pabst studierte Geschichte und Theologie und wurde mit einer Arbeit zur Reformationsgeschichte Rigas promoviert. Er arbeitet als Wissenschaftlicher Leiter zweier Stiftungen sowie freiberuflich als Autor, Studienleiter und Vortragsredner.
dr-martin-pabst.de // twitter.com/Dr_Martin_Pabst
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