Wegovy-Pille – Nebenwirkungen wie die Spritze

EU lässt erste Abnehmpille zu – Novo Nordisk will Fehler von früher vermeiden

Abnehm-Pille Wegovy von Novo Nordisk
Die Wegovy-Tabletten sind in den USA bereits auf dem Markt. Die EU lässt sie jetzt auch zu. Novo Nordisk möchte aus seinen Fehlern in den USA gelernt haben. (Quelle: Novo Nordisk A/S)
Die Europäische Kommission hat Wegovy in Tablettenform zugelassen. Damit darf Novo Nordisk das Abnehmmittel in der EU erstmals nicht nur als Spritze, sondern auch als Pille verkaufen.

Es ist die erste zugelassene Abnehmpille in der EU. In den USA, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sie bereits auf dem Markt.

Ein wichtiges Signal für das Wachstum

Für den Pharmakonzern sei die Zulassung ein großer Erfolg, sagt Henrik Hallengreen Laustsen, leitender Aktienanalyst der Jyske Bank, im Gespräch mit dem dänischen Rundfunk DR. Dass Novo den Europäern eine wirksame Abnehmpille anbieten wolle, sei ein wichtiges Signal für das Wachstum.

Auf die Erfahrungen aus den USA und den anderen Märkten könne der Konzern nun zurückgreifen, wenn die Pille in Europa eingeführt werde. Den Anfang werde Novo voraussichtlich in Dänemark machen, wo die Menschen eher bereit seien, das Mittel notfalls aus eigener Tasche zu bezahlen.

Das Gespenst der Lieferengpässe

Anschließend dürfte der Konzern die Pille Land für Land auf den Markt bringen – auch, um die Produktion im Griff zu behalten. Denn Novo hatte sich schon einmal die Finger verbrannt, als die Herstellung mit der Nachfrage nicht Schritt hielt.

„Es gibt hier natürlich ein Gespenst der Vergangenheit, das im Hintergrund lauert“, sagt Hallengreen Laustsen. Sowohl Patienten als auch Investoren fürchteten, der Konzern könne erneut mit der Nachfrage nicht mithalten.

Ein zweites Mal werde das aber vermutlich nicht passieren. Er gehe davon aus, dass Novo aus dem Produktionsstopp von damals gelernt habe und das um jeden Preis vermeiden wolle.

Der schrittweise Marktstart helfe dabei: Gehe der Absatz in einem Land zu schnell nach oben, könne der Konzern das Tempo drosseln und die Einführung in anderen Ländern verschieben.

Ähnliche Nebenwirkungen wie die Spritze

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte die Ausweitung der Zulassung bereits im Mai empfohlen. Die Pille ist für Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung vorgesehen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen laut EMA Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen. Damit ähnelt das Nebenwirkungsprofil dem der bekannten wöchentlichen Injektion.

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