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Nach 70 Jahren ist Schluss

Den gedruckten Ikea-Katalog wird es nicht mehr geben

Tritt Ikea mit dieser Entscheidung nun auf die Bremse? Oder gibt der schwedische Möbelkonzern in Wahrheit so richtig Gas?

Ikea-Katalog
Wohung eingerichtet wie aus dem Ikea-Katalog. (Foto: Nathan Fertig)
Fakt ist: Der Möbelgigant ist aktuell schwer damit beschäftig, sich in Umweltfragen völlig neu zu positionieren. Beispielsweise strickt man gerade an einem Second-Hand-Modell, das die Nutzungsdauern von Möbeln signifikant verlängern und somit Rohstoffe schonen soll.

Und nun das nächste Pfund: Der große Ikea-Katalog wird als Druckversion aus dem Verkehr gezogen. Wenn es noch eines Zeichens für die Kurskorrektur des Konzerns bedurfte, dann ist es das.

Denn mit dem Ikea-Katalog geht nach nun 70 Jahren eine Institution in Rente, deren Verbreitungsgrad zuletzt fast im biblischen Bereich gelegen haben dürfte.

Laut svd.se wurden im auflagenstärksten Jahr 2016 weltweit rund 200 Millionen Exemplare des Möbelkatalogs in 32 Sprachen unter die Völker gebracht.

In 50 Ländern lag er aus und wurde zum Stöbern fleißig mit nach Hause genommen. Doch was markwirtschaftlich lange Zeit der Bringer war, kollidierte in Umweltfragen zuletzt mehr und mehr mit der sich ändernden Wahrnehmung.

Der Kunde, so hat man bei Ikea erkannt, will das alles nicht mehr. Und brauchen tut er es auch nicht, da digitales Stöbern inzwischen mindestens genauso reizvoll und ungleich verfügbarer ist. Die Zukunft, so ungewiss sie sonst auch sein mag, sie wird digital.

Ikea hat das vollends erkannt, denn während der Corona-Pandemie konnte und musste der Konzern vor allem online mächtig Fahrt aufnehmen. Viele Filialen waren oder sind ja aus Gesundheitsgründen geschlossen. Wie gut also, dass Corona zumindest den Anstand hatte, auf das Internet zu warten.

In Deutschland beispielsweise, einem absoluten Schlüsselmarkt für Ikea, ist der Online-Anteil am Gesamtumsatz binnen weniger Monate von 9,4 auf 16,2 Prozent in die Höhe geschnellt. Weltweit sollen im letzten Jahr mehr als 4 Milliarden Nutzer auf der Webseite gewesen sein. Kann man mit arbeiten.

Und da geht noch mehr, viel mehr, sagen sie sich bei Ikea wohl zu Recht. Die gezogene Umweltkarte dürfte sich als echter Trumpf im Blatt des Möbelriesen erweisen.

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sh

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