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Archäologisches Erbe der Isle of Mull

Schottland: Untersuchung möglicher Wikinger-Schiffsgräber startet diesen Monat

Archäologen aus Schottland bereiten derzeit auf der Isle of Mull die Untersuchung möglicher Wikinger-Schiffsgräber vor. Vom 11. bis zum 23. September soll dann das Geheimnis zweier länglicher Bodenerhebungen gelüftet werden, die sich auf der Hebrideninsel befinden.

Fotos: Argyll Archaeology / Facebook (bisherige Ausgrabungen)

Zunächst wird nach Angaben der Projektleitung geprüft, ob es sich bei den Erhebungen in der Nähe der kleinen Gemeinde Lephin lediglich um natürliche Bodenstrukturen oder aber um die (erhofften) Grabstätten handelt.

Für die Region wäre es nicht der erste Fund dieser Art, da Archäologen schon 2011 in Ardnamurchan in den westlichen Highlands (ca. 30 Kilometer von Mull entfernt) ein Schiffsgrab finden konnten, in dem vermutlich ein hochrangiger Wikinger beigesetzt wurde – mit u.a. einem Schwert als Beigabe.

Ob es bei den anstehenden Untersuchungen, die das Mull-Museum zusammen mit Argyll Archaeology durchführen wird, zu ähnlich spektakulären Funden kommt, ist natürlich noch offen. Aber laut BBC gibt es klare Hinweise darauf, dass da etwas von Bedeutung sein könnte.

So wurden vor Ort bereits bei Ausgrabungen in den Jahren 2018 und 2019 wikingerzeitliche Funde gemacht. Artefakte, die einerseits auf eine nordische Siedlung schließen lassen. Und die andererseits starke Parallelen zu archäologischen Stätten in Skandinavien aufweisen.

Landkarte Isle of Mull
Die ungefähre Lage der Ausgrabungsstätte auf der Isle of Mull (eigene Darstellung / Wikipedia)
Gefunden wurden beispielsweise Teile eines verzierten Geweihkamms aus dem späten 10. oder 11. Jahrhundert, eine Pfeilspitze, ein Handwerksmesser und auch alltägliche Gebrauchsgegenstände. Keramikfragmente, Metallteile sowie Hinweise auf eine lokale Mülldeponie.

Die an den Ausgrabungen beteiligten Archäologen gehen zudem davon aus, dass es vor Ort gegen Ende des 12. und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Erweiterung bzw. Anschluss an die zuvor genannte Siedlung einen florierenden Bauernhof gab.

Angenommen wird, dass die hier sesshaft gewordenen Bewohner aus Skandinavien stammten. Ob zu den historischen Besonderheiten der Hebrideninsel auch Wikinger-Schiffsgräber zählen, werden nun die kommenden Tage und Wochen zeigen.

Die Archäologen haben in jedem Fall vor, bei den anstehenden Ausgrabungen auch die örtliche Bevölkerung mit einzubeziehen. Und auch Touristen sollen ermutigt werden, die Ausgrabungsstätte zu besuchen. Das historische Erbe der Isle of Mull soll nichts Exklusives bleiben.

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