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Häkchen auf der Bucket List

Schottland: Das „Falkirk Wheel“ – Schiffschaukel mal komplett wörtlich genommen

Manchmal stößt man im Netz ja auf Sachen und weiß erst nicht: Ist das jetzt irgendein Fake oder real? Das „Falkirk Wheel“ in Schottland ist wahrscheinlich ein gutes Beispiel dafür. Man sieht das Bild, guckt einmal hin, dann nochmal – und so richtig kapiert man auf Anhieb nicht, was die skurril ausschauende Stahlkonstruktion zu bedeuten hat.

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Fotos: www.scottishcanals.co.uk (c/Peter Sandground)

Das Falkirk Wheel ist real, das schonmal vorab. Und ja, es ist skurril, aber eben auch die Lösung für ein Problem, das gerade bei Wasser nur mit viel technischem Knowhow zu lösen ist. Denn während Autos und Züge Steigungen in der Regel gut durch Eigenantrieb überbrücken können, folgen die Dinge beim Wasser gänzlich anderen Gesetzmäßigkeiten.

Was es zu überbrücken gilt, ist in diesem Fall die Höhendifferenz zweier Kanäle, die sich in der Nähe der schottischen Stadt Falkirk kreuzen: Der Union-Kanal und der Forth and Clyde-Kanal, die beide fast 35 Höhenmeter trennen.

Früher war die „Brücke“ zwischen beiden Wasserlinien ein kompliziertes Schleusensystem, das auf einer Länge von anderthalb Kilometern und mithilfe von elf (!) Zwischenstopps überwunden werden musste. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfiel die Anlage jedoch zusehends, bis sie in den 1930ern gänzlich aus dem Verkehr gezogen wurde.

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Der Union-Kanal im Gesamtverlauf (rund 50 Kilometer von Edinburgh nach Falkirk). Ein Träumchen. (Darstellung: www.scottishcanals.co.uk)
Über ein halbes Jahrhundert später entstand dann der zunächst verwegen anmutende Plan, die Kanäle wieder schiffbar zu machen und miteinander zu verbinden. Aber dieses Mal ohne Schleusensystem mit langem Anlauf und Wartezeiten, sondern stattdessen mit einer minutenschnellen Hebe- und Senkanlage, die es so weltweit nicht noch einmal gab und gibt: mit dem Falkirk Wheel.

Die Bauarbeiten zu dem Monstrum begannen Ende der 1990er und wurden 2002 abgeschlossen. Quasi pünktlich zum goldenen Thronjubiläum von Queen Elizabeth II., die es sich dann auch nicht nehmen ließ, die sprichwörtlichste aller Schiffschaukeln selbst einzuweihen. Am 24. Mai 2002 war das.

Seither ist das Falkirk Wheel DIE Attraktion am Platz. Genutzt wird die Anlage vor allem für touristische Zwecke: Für Bootstouren beispielsweise ab Edinburgh, wo der wunderbare Union-Kanal beginnt und sich dann etwa 50 Kilometer Richtung Falkirk schlängelt.

Eine Ebene tiefer kann man sich dann auf dem Forth and Clyde-Kanal aussuchen, ob man eher Richtung West- oder Ostküste Schottlands will. So kann man sehr schöne Tage auf dem Bötchen verbringen, das ist mal sicher. Infos zu Organisation und Buchung finden sich unten.

Und wie funktioniert das Falkirk Wheel? Die Konstruktion bringt eine stattliche Masse von 1800 Tonnen mit, überbrückt werden exakt 24 Meter zwischen dem Union- sowie dem Forth and Clyde-Kanal (die restlichen paar Meter regelt dann eine Schleuse).

Zu befördernde Boote fahren zunächst mit eigener Kraft in eine Art wassergefüllten Trog, der danach im hinteren Bereich dicht abschließt. Sobald sich das Rad in Bewegung setzt, sorgt eine Zahnradmechanik dafür, dass der Trog, in dem man mit seinem Boot schwimmt, immer horizontal ausgerichtet bleibt.

Nach etwa 4 Minuten ist man dann entweder unten oder oben am Kanal angekommen und kann die Fahrt nach der Öffnung des Trogs wieder aus eigener Kraft fortsetzen. Hier ein Video, das den Mechanismus im Zeitraffer zeigt.

Weiterführende Infos

Reiseplanung: Die Webseite „Scottish Canals“ ist generell sehr umfang- und hilfreich, wenn man sich einen Überblick über das schottische Kanalnetz verschaffen will. Für alle, die mit dem Gedanken spielen, ein paar Tage mit dem Bötchen durchs Land zu cruisen, ist die Seite sogar ein Muss. Einer der Eckpfeiler des schottischen Kanaltourismus ist natürlich das Falkirk Wheel in Kombination mit den beiden Kanälen, die es verbindet. Zur Reiseplanung empfiehlt sich folgender Link.

Bootsmiete: Und da man natürlich nicht unbedingt im Besitz eines schottischen Kanalbootes sein muss, gibt es verschiedene Buchungsoptionen, von denen hier exemplarisch eine genannt werden soll: Black Prince. Der Anbieter hat eine Reihe von Booten, die mehrtägige Fahrten absolut komfortabel erscheinen lassen. Betten, Küche, Dusche, Bad – alles an Bord. Natürlich ist der Spaß nicht supergünstig. Aber dafür ist es ein echtes Erlebnis, bei dem auch Haustiere erlaubt sind. Es folgt der Link zum Anbieter.

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sh

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