Minister kündigt schärfere Strafen an
Französische Touristen hinterlassen bleibende Narben in Islands Natur
Geldstrafen blieben folgenlos
Wie das isländische Magazin Reykjavík Grapevine schreibt, war die Gruppe um einen Mann namens Luc Haudeville mit zwei bestens ausgerüsteten Geländewagen vom Typ Land Rover Defender per Fähre angereist.
Anschließend fuhrt die Gruppe quer durchs Land über Schutzgebiete – nach Angaben des isländischen Rundfunks RÚV unter anderem im Hochland nahe Kötlujökull, Einhyrningur und Hvanngil –, hinterließen Narben in der Landschaft und zerstörten die Vegetation.
Haudeville erhielt eine Geldstrafe von 300.000 isländischen Kronen (rund 2.100 Euro) – und setzte die Zerstörung umgehend fort.
Nach RÚV-Angaben wurden auch weitere Mitglieder der Gruppe zu Geldstrafen verurteilt.
Seine Touren stellte Haudeville zudem stolz zur Schau: Er veröffentlichte die GPS-Routen auf der Plattform Wikiloc, wo Nutzer Strecken für Outdoor-Aktivitäten teilen.
Die Karten zeigten laut RÚV zwei Touren – eine durch die Ostfjorde, eine von Höfn entlang der Südküste nach Reykjavík – mit wiederholten Fahrten abseits markierter Straßen; nach Kritik anderer Nutzer wurden sie inzwischen entfernt.
„Diese Schäden bleiben für immer“
Im hohen Norden erholt sich die Natur nur äußerst langsam: Moos braucht Jahrzehnte, um nachzuwachsen, und was wie Wüste aussieht, ist empfindliche Tundra. „Diese Schäden bleiben für immer“, sagte der Fotograf Páll Stefánsson dem Grapevine.
Auch der isländische Umweltverband Landvernd rechnet nicht mit einer vollständigen Wiederherstellung. Wo die Reifen die Pflanzendecke zerstört haben, ließen sich die Spuren mitunter gar nicht mehr reparieren, sagte die Vorsitzende Þorgerður María Þorbjarnardóttir.
Sie verwies zugleich darauf, dass Schäden durch Fahrzeuge in Naturgebieten fast jedes Jahr vorkommen – auch durch Isländer selbst. Der Verband fordert deshalb einen Nationalpark für das gesamte Hochland mit deutlich mehr Rangern.
Minister kündigt schärfere Strafen an
Umweltminister Jóhann Páll Jóhannsson erklärte, wer nach Island komme, sei willkommen, müsse die Natur aber respektieren und die Regeln befolgen – andernfalls sei er unerwünscht. Die Regierung arbeite daran, Kontrollen und Strafen gegen das Fahren abseits der Wege zu verschärfen.
Der Fall hat in Island parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Die Schriftstellerin Kristín Helga Gunnarsdóttir sprach von einer „nationalen Einigkeit gegen französische Reifenspuren“.
https://www.nordisch.info/laenderwissen/wie-gut-kennen-sie-island/

