Fußball-WM 2018

Islands Regierung erwägt Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland

| 19.03.2018 - 12:47 Uhr

Wie die Zeitung RÚV gestern berichtete, wird in der isländischen Regierung erwogen, die Fußballweltmeisterschaft in Russland zu boykottieren. Die Option, die derzeit vom isländischen Außenminister Guðlaugur Þór Þorðarson geprüft wird, wird laut RÚV auch in Dänemark in Betracht gezogen.

Isländische Fußball-Nationalmannschaft

Isländische Fußball-Nationalmannschaft macht das „Hu!“. (Screenshot eines Videos)


Hintergrund sind die jüngsten Ereignisse in Großbritannien, bei denen ein ehemaliger russischer Spion und seine Tochter Opfer einer Vergiftung geworden sind. Laut der britischen Premierministerin war dies ein russischer Anschlag auf britischem Boden, und damit ein Angriff auf die Souveränität des Landes. Eine diplomatische Krise spitzt sich seitdem zwischen Russland und dem vereinigten Königreich zu.

Die Nichtteilnahme isländischer und möglicher weiterer Regierungsmitglieder bei der Fußball-WM soll eine Solidaritätsbekundung mit Großbritannien sein.
Guðlaugur sprach gegenüber RÚV davon, dass das Thema ernst sei und nicht nur Großbritannien beträfe. „Deshalb diskutieren wir das mit unseren Verbündeten, aber eine eindeutige Entscheidung steht noch aus.“

Betroffen von dem Boykott wären ausschließlich Regierungsvertreter. Die isländische Nationalmannschaft und deren Fans wären hiervon ausgenommen.

Allerdings wäre es für Island und seinen Präsidenten Guðni Th. Jóhannesson eine bittere Entscheidung. Ist doch die erstmalige Teilnahme von Island an der Fußball WM ein großes Ereignis für das nordische Land. Und wäre auch eine Möglichkeit gewesen, Island der Welt zu präsentieren.

ap

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