In englischer Grafschaft Devon
Fantastischer Fund: Römische Luxus-Villa mit riesigem Mosaik entdeckt – 1.700 Jahre alt

Archäologen haben unter einem Acker in England die Überreste einer bedeutenden römischen Villa mit einem außergewöhnlich gut erhaltenen, vielfarbigen Mosaik entdeckt. Die Ausgrabungen in der Grafschaft Devon brachten zudem ein aufwendiges Badehaus und wertvolle Artefakte ans Licht, die auf einen hohen sozialen Status der einstigen Bewohner hindeuten.
Das im Zentrum der Entdeckungen stehende Mosaik umfasst eine Fläche von etwa 12 Quadratmetern und besteht aus Tausenden winziger Steinwürfel in Rot, Weiß und Dunkelblau. Diese sogenannten Tesserae bilden ein kunstvolles Muster mit einer zentralen Blume und acht Blütenblättern, die von einem typisch römischen Flechtmuster umgeben sind.
Neben dem dekorativen Fußboden legten die Experten ein separates Badehaus frei, das mindestens zwei Tauchbecken aus wasserdichtem römischem Beton sowie bemalten Wandputz enthielt. Diese luxuriöse Ausstattung unterstreicht, dass die Bewohner der Villa im vierten Jahrhundert nach Christus einen ausgesprochen wohlhabenden und römisch geprägten Lebensstil führten.
Bedeutung für die regionale Geschichte
Die leitende Archäologin Dr. Susan Greaney von der Universität Exeter betonte die wissenschaftliche Relevanz der Fundstelle für das Verständnis der Romanisierung im Südwesten Englands. Sie erklärte, dass die Villa zweifellos das Zuhause von Personen mit hohem Ansehen war und die Funde wie das Badehaus selbst für die Fachleute überraschend umfangreich ausfielen.
Zusätzlich zu den baulichen Strukturen wurden wertvolle Kleinfunde wie eine Gemme mit der Darstellung der Siegesgöttin Victoria und ein versilberter Löffel entdeckt. Wie die University of Exeter berichtet, ist das polychrome Mosaik das westlichste Beispiel seiner Art, das bisher in einer Villa im römischen Britannien gefunden wurde.
Erweiterung der Siedlungsstruktur
Die Ausgrabungen, an denen zahlreiche Freiwillige und Studierende beteiligt waren, zeigten zudem, dass das Hauptgebäude im Laufe der Zeit mehrfach durch zusätzliche Räume erweitert wurde. Spuren einer Holztreppe deuten sogar darauf hin, dass Teile des Anwesens ursprünglich zweistöckig konzipiert waren.
Das Mosaik wird nun vorsichtig angehoben und konserviert, um es zukünftig in einem regionalen Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weitere Grabungen in den kommenden Jahren sollen die umliegenden Ländereien des Anwesens untersuchen und noch tiefere Einblicke in die römische Vergangenheit der Region ermöglichen.
https://www.nordisch.info/laenderwissen/wie-gut-kennen-sie-england/
