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Norwegische Landschaftsrouten

Bürgermeister zur Verkehrssicherheit auf der Atlantikstraße: „Es geht um Leben und Tod“

Norwegens Landschaft und Natur sind schön – viele wollen diese Schönheit erfahren, sie setzen sich darum ins Auto und fahren los. Norwegen hat zu diesem Zweck 18 Straßenabschnitte durch reizvolle Landschaften mit einzigartiger Natur, die an Küsten und Fjorden, Bergen oder Wasserfällen entlangführen, ausgewählt und sie zu „Nationalen Touristenrouten“ (nasjonal turistvei) erklärt. – Einer dieser Abschnitte ist die sogenannte Atlantikstraße. Und diese sei dem Verkehrsaufkommen bei Weitem nicht gewachsen, sagen zwei Bürgermeisterinnen, durch deren Gemeinden die Landschaftsroute verläuft.

Atlantikstraße Landschaftsroute Norwegen
Die Atlantikstraße in der Provinz Møre og Romsdal, Norwegen, ist nicht für Fußgänger oder Radfahrer ausgelegt. (Foto: depositphotos.com)
Die Saison naht, es werden erneut viele Touristen auf den Norwegischen Landschaftsrouten, wie sie auch genannt werden, unterwegs sein. Die Bürgermeisterinnen entlang einer bestimmten Strecke machen sich berechtigte Sorgen, um die Verkehrssicherheit der Route, das berichtet das Nachrichtenportal NRK.no.

Die Bürgermeisterin von Averøy, Ingrid Ovidie Rangønes, hat eine klare Meinung zur Verkehrssicherheit auf der Atlantikstraße in Nordmøre: „Sie hätte verbessert werden müssen. Zweifellos. Bei dem Verkehr, der hier herrscht, hätte es Maßnahmen zur Verkehrssicherheit geben müssen“, sagt sie gegenüber dem NRK.

Die Atlantikstraße ist ein 8,2 Kilometer lange Abschnitt zwischen Vevang in der Kommune Hustadvika und dem auf einer Insel gelegenen Kårvåg in der Gemeinde Averøy.

Die Schönheit dieser Reichsstraße macht sie zu einem beliebten Drehort für Werbespots, auch Teile des neuesten James-Bond-Films wurden dort gedreht.

Die Touristen kommen das ganze Jahr über in Scharen. Nach Angaben der norwegischen Straßenverwaltung passierten im vergangenen Jahr 737.142 Autos die Atlantikstraße, berichtet der NRK.

Die Zahlen zeigen auch einen deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens in den Sommermonaten. Das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen lag im Januar letzten Jahres bei 1.292 Fahrzeugen, im Juli dagegen bei 3.119.

Atlantikstraße Landschaftsroute
Die Atlantikstraße ist von einer besonderen landschaftlichen Schönheit. Sie lockt jährlich mehrere Hunderttausend Touristen an. (Foto: depositphotos.com)
Über die Jahre habe man hier schon viele Beinahe-Unfälle gesehen, sagt Rangønes.

Sowohl Rangønes als auch die Bürgermeisterin von Hustadvika, Tove Henøen, sind der Meinung, dass die Straße für das Verkehrsaufkommen nicht gut genug ausgebaut sei.

„Sie ist nicht wirklich für Fußgänger und Touristen ausgelegt“, sagt Henøen zum NRK.

Die meiste Zeit des Jahres gilt auf der Straße ein Tempolimit von 80 km/h, es gibt nur wenige Fußgänger- und Radwege und keine Fußgängerüberwege.

„Hier ist man auf die Hauptstraße angewiesen, und es gibt hier ziemlich viel Verkehr“, sagt Rangønes laut NRK.

„Es ist sehr beängstigend“, sagt Henøen, „Es geht um Leben und Tod.“

Atlantikstraße für die Straßenverwaltung nicht vorrangig

Im Frühjahr dieses Jahres ereignete sich ein Unfall auf der Atlantikstraße. Ein Kind wurde von einem Auto angefahren und schwer verletzt, es wurde in einem Krankehaus in Trondheim behandelt.

Die Bürgermeisterin von Hustadvika ist der Meinung, dass es nicht für jeden sicher sei, die Atlantikstraße zu befahren.

„Wir wünschen uns Verbesserungen für schwächere Verkehrsteilnehmer“, so Tove Henøen.

Der Straßenabschnitt ist Teil der Kreisstraße 64, und somit ist der Kreisrat von Møre og Romsdal für die Straße zuständig.

NRK sprach auch mit dem Leiter der Straßenverwaltung, Ole Jan Tønnesen, der zwar einräumte, dass es auf der Atlantikstraße nur wenige Einrichtungen für schwächere Verkehrsteilnehmer gebe, sagt aber dennoch, dass der Straßenabschnitt in den nächsten zehn Jahren nicht auf der Prioritätenliste der Provinz stehe.

Man priorisiere die Bereiche in denen Kinder allein unterwegs seien, so der Oberstraßenverwalter. Man konzentriere sich auf die Bereiche rund um die Schulen und dort, wo sich Kinder aufhalten, sagt er und fährt fort:

„Auf der Atlantikstraße sind die Kinder mit Erwachsenen unterwegs.“ Die Voraussetzungen dafür, dass sich Kinder von der eigentlichen Fahrbahn fernhalten, seien hier also gegeben, argumentiert Tønnesen laut NRK.

Unfälle auf der Atlantikstraße ändern nicht die Priorisierung

Auf die Frage der Journalistin Mari Aandahl Kippernes, ob ein Unfall, den es vor kurzem gegeben habe, an den Prioritäten der Verwaltung etwas ändere, antwortete Tønnesen:

„Es ist sehr traurig, wenn solche Vorfälle passieren. Es trifft uns alle sehr, aber ich bin nicht darüber informiert worden, dass die Straße die Ursache dafür ist. Es ist nicht so, dass ein Unfall notwendigerweise die politischen Prioritäten ändert, die gesetzt wurden.“

Er sagte auch, dass die Straßenverwaltung die Gemeinden zu einem Treffen eingeladen haben, bei dem sie besprechen werden, was getan werden könne, um die Straße so sicher wie möglich zu gestalten.

Für die Autotouristen, die auch in diesem Sommer die Antlantikstraße zuu Tausenden ansteuern werden, heißt es, vorsichtig fahren und auf schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Radfahrer und Fußgänger, achten und Rücksicht nehmen.

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

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