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„Spektakuläres Projekt“

Norwegen: Planungen zu größtem Schiffstunnel der Welt laufen auf Hochtouren – Baubeginn wohl 2025

In Norwegen laufen die Planungen für den größten Schiffstunnel der Welt auf Hochtouren. Die für den Bau der rund 1,7 Kilometer langen Röhre durch ein Felsmassiv auf der Halbinsel Stad verantwortliche Küstenbehörde gab nun weitere Einzelheiten bekannt.

Bilder 1 bis 4: (Norwegische Küstenbehörde / Kystverket)

Gesucht wird derzeit ein technischer Partner, der das Projektteam bei allen Schritten bis zur Fertigstellung hauptverantwortlich beraten soll. Zudem zeichnet sich ab, dass der Zuschlag für den Bau des Tunnels an einen Hauptauftragnehmer 2024 erfolgen könnte.

Die Ausschreibung hierzu ist in Vorbereitung. Geplant ist ein Vertragswerk, das den Gewinner bzw. den Hauptauftragnehmer daran bindet, den Tunnel von A bis Z als sozusagen schlüsselfertiges Produkt in das norwegische Gestein zu hauen. 2025 könnte es dann losgehen.

„Wir sehen großes Interesse am größten Schiffstunnel der Welt. Es handelt sich um ein spektakuläres Projekt, sowohl auf norwegischer als auch auf internationaler Ebene“, umreißt Projektleiter Terje Skjeppestad die Dimension des Ganzen.

In der Tat: Es ist mit sehr viel Aufmerksamkeit zu rechnen, ein Tunnel dieser Dimension ist absolutes Neuland. Daher auch scheint man aufseiten der Küstenverwaltung gerade brennend interessiert, für alle Ressorts den notwendigen Sachverstand zu finden.

Der Schiffstunnel wird an einem der gefährlichsten Meeresabschnitte der norwegischen Küste sein

So soll das nun gesuchte Beratungsunternehmen in der Lage sein, das Projekt in wichtigen Fragen der Geotechnik, Geologie, Korrosion und dem Bedarf an technischen Anlagen zu koordinieren. Klingt alles spannend, aber eben auch sehr ambitioniert. Es ist schließlich ein bislang beispielloses Vorhaben.

Karte Stad Schiffstunnel
Die zukünftige Lage des Schiffstunnel in Stad. (Darstellung: Norwegische Küstenbehörde / Kystverket)

Ziel des Schiffstunnels in Stad wird sein, die Zugänglichkeit und die Sicherheit für den Seeverkehr am wahrscheinlich wetterexponiertesten und gefährlichsten Meeresabschnitt der norwegischen Küste signifikant zu verbessern.

Der Schiffstunnel wird an der schmalsten Stelle der Halbinsel gebaut werden, zwischen Moldefjorden und Kjødepollen im Vanylvsfjorden. Er soll wie eingangs geschrieben 1,7 Kilometer lang werden (2,2 km mit Einfahrtbereichen). Dazu sind 50 Meter in der Höhe und 36 Meter in der Breite vorgesehen.

Dass das Ganze eine Attraktion sein wird, versteht sich fast von selbst. Die Schiffe von Hurtigruten werden jedenfalls durch den Tunnel durchpassen. Das hat man bei den Planungen natürlich mit berücksichtigt.

Technische Eckdaten zum Schiffstunnel von Stad

  • Länge: 1700 Meter (2200 Meter inklusive Ein- und Ausfahrtbereich)

  • Höhe: 49 Meter

  • Breite: 36 Meter

  • Querschnittsfläche: 1625 Quadratmeter

  • Zu entfernende Gesteinsmenge: rund 3 Millonen Kubikmeter / 8 Millionen Tonnen

  • Kosten: rund 2,7 Mrd. NOK (ca. 300 Mio. Euro)

  • Bauzeit: etwa 3-4 Jahre

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

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