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Leiche neun Jahre nach dem Tod in Osloer Wohnung gefunden

Ein Mann lag neun Jahre lang tot in seiner Wohnung, bevor er im Dezember entdeckt wurde, so die Polizei in Oslo.

Oslo Todesfall
Trost im Vigeland-Skulpturenpark in Oslo. (Symbolbild: Jana V. M.)
Die Website des öffentlich-rechtlichen Senders NRK berichtet in einer Hintergrundgeschichte über den Fall, der Mann sei in seinen Sechzigern gewesen, dass er mehrmals verheiratet gewesen sei und auch Kinder hatte.

Sein Name wurde anonym gehalten. Nach Angaben von Nachbarn blieb er gerne für sich. Als sie ihn im Haus nicht mehr antrafen, dachten sie, er sei umgezogen oder in ein Pflegeheim gekommen.

„Basierend auf den Details, die wir haben, ist es offensichtlich eine Person, die sich entschieden hat, wenig Kontakt mit anderen zu haben“, sagte Grethe Lien Metild, Chefin des Osloer Polizeibezirks, gegenüber NRK.

Seine Leiche wurde entdeckt, als ein Hausmeister für das Gebäude, in dem er lebte, die Polizei bat, die Wohnung zu öffnen, damit er seine Arbeit ausführen konnte.

„Wir haben viel darüber nachgedacht, meine Kollegen und Leute, die seit vielen Jahren damit zu tun haben. Dies ist ein spezieller Fall, und er bringt uns dazu, uns zu fragen, wie so etwas passieren konnte“, sagte Metild.

Die Polizei glaubt, dass der Mann im April 2011 verstarb, basierend auf einer Packung Milch und einem Brief, die in seiner Wohnung gefunden wurden. Eine Autopsie zeigte, dass er eines natürlichen Todes verstarb.

Die Zahlung seiner Rente wurde 2018 ausgesetzt, als die norwegische Norwegische Arbeits- und Wohlfahrtsbehörde (NAV) ihn mehr kontaktieren konnte, aber seine Rechnungen wurden weiterhin von seinem Bankkonto bezahlt.

Arne Krokan, ein Professor an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie, sagte, dass der Tod des Mannes wahrscheinlich nicht so lange unbemerkt geblieben wäre, wenn er vor 30 Jahren gestorben wäre.

„In gewisser Weise ist das der Preis, den wir für die Diogitalisierung der Dienstleistungen zahlen“, sagte er gegenüber NRK.

Letztes Jahr wurden 27 Menschen in Oslo, Asker oder Bærum sieben Tage oder mehr nach ihrem Tod gefunden. Im Jahr davor waren es 32 Personen. Davon war einer fast sieben Monate lang tot, bevor er entdeckt wurde.

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ap

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