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Mikroplastik – giftig für Mensch und Umwelt

Norwegischer Fußballverband: Verbot von Gummigranulat eine Gefahr für den nordischen Fußball

Gummigranulat ist ein wesentlicher Bestandteil von Kunstrasenplätzen – die Europäische Union will dieses Granulat verbieten, da es sich dabei um eine Quelle für schädliches Makro- und Mikroplastik handelt. Soweit richtig, jedoch ist der Kunstrasenplatz der Standarduntergrund für viele, wenn nicht die meisten nordischen Fußballfelder.

Gummigranulat Verbot Kunstrasen Nordeuropa
Kunstrasenplätze müssen in Zukunft auf Gummigranulat verzichten – eine Alternative muss erst noch gefunden werden. (Foto: Ricardo Gomez Angel)
Das Verbot von Gummigranulat könnte also eine große Gefahr für den nordischen Fußball darstellen, findet die Präsidentin des norwegischen Fußballverbands, Lise Klaveness.

Gegenüber der finnischen Zeitung Helsingin Sanomat erklärte sie, dass die nordischen Länder schnell einen Ersatz finden müssten.

Die winzigen schwarzen Gummistückchen tragen dazu bei, dass sich Kunststoffrasenplätze eher wie echter Rasen anfühlen, der in diesen Breitengraden die meiste Zeit des Jahres nicht wächst.

Die Verbreitung von Kunstrasenplätzen hat dazu beigetragen, dass die Fußballer im Norden das ganze Jahr über spielen können, aber das Gummigranulat – das in der Regel aus recycelten Reifen hergestellt wird – ist giftig für Mensch und Umwelt.

Ajax Amsterdam geht voran

Einige europäische Vereine, darunter Ajax Amsterdam, haben sie bereits entfernt, und nun hat die EU angeordnet, dass dies in der gesamten EU geschehen müsse.

Auf einer Veranstaltung zum 50. Jahrestag der Gründung der finnischen Frauen-Nationalmannschaft sagte Klaveness gegenüber HS, dass das Verbot von Gummigranulat für die nordischen Länder ein Problem darstellen werde.

„In den nordischen Ländern sind wir mit dieser Krise ziemlich allein“, sagte Klaveness am Donnerstag in Helsinki.

„Wir müssen akzeptieren, dass wir auf Gummipulver verzichten müssen, denn Gummipulverist nicht gut für die Natur. Aber gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir nicht den Fußball opfern“, sagte Klaveness.

In der EU gibt es 29.000 Kunstrasenplätze, 457 davon in Finnland, weiß HS. Man hat versucht, eine nachhaltige Alternative zu finden, aber bisher hat nichts dem schwierigen Klima so gut standgehalten wie Gummi.

Nach einer achtjährigen Übergangszeit darf auf bestehenden Plätzen kein neues Füllmaterial mehr verwendet werden.

Die Beschränkungsentscheidung der EU wird die Kunstrasenindustrie dazu zwingen, Alternativen für bestehende Plätze zu entwickeln.

„Es ist sehr wichtig, dass wir vermitteln, wie wichtig es ist, von Gummigranulat wegzukommen. Es ist nicht gesund und nicht umweltfreundlich. Fußball sollte ethisch nachhaltig sein“, so Klaveness gegenüber HS.

„Der nordische Fußball ist auf Kunstrasen angewiesen, und der gesamte Frauenfußball in den nordischen Ländern ist auf Kunstrasen angewiesen. Ohne Kunstrasen gäbe es in den nordischen Ländern nichts.“

Klaveness sagte, dass eine Umstellung auf Naturrasen nicht möglich sei, da dies zu viele Ressourcen erfordern würde.

Seiner Meinung nach geht es bei Kunstrasen um die Herausforderungen des nordischen Klimas für den Fußball, den Frauenfußball und den Breitenfußball in großem Maßstab.

Klaveness sagte, dass die Umgestaltung von Spielfeldern vom Staat subventioniert werden sollte.

Mikroplastik – giftig für Mensch und Umwelt

Mikroplastik ist in Flüssen und Meeren allgegenwärtig, und auch landwirtschaftliche Flächen sind verschmutzt. Da Mikroplastik nur schwer abbaubar ist, wird die Konzentration in der Umwelt weiter ansteigen, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird.

Kleine Partikel, die selbst für das Auge unsichtbar sind, werden durch Wind und Wasser verbreitet. Mikroplastik findet sich im Wasser, in der Luft, im Boden und sogar in Meeresgebieten wie der Arktis, weit entfernt von der menschlichen Zivilisation. Es ist praktisch unmöglich, es aus der Umwelt zu entfernen, und es dauert oft so lange, bis es abgebaut ist, dass es mit den derzeitigen Testmethoden nicht einmal gemessen werden kann.

Da sich Mikroplastik nur schwer abbaut, wird die Konzentration in der Umwelt immer weiter steigen, wenn nicht aktiv dagegen gesteuert wird.

Der Großteil des Mikroplastiks entsteht durch den mechanischen Abrieb von Autoreifen. Rund ein Drittel des Mikroplastiks in Deutschland gelangt auf diese Weise in die Umwelt, so das Fraunhofer-Institut in einer im Jahr 2018 veröffentlichten Studie. Mehr als 70 Quellen für Mikroplastik wurden identifiziert und untersucht.

Abrieb und Verwehung der Beläge von Sport- und Spielplätzen befindet sich dabei in den Top 5 der Quellen für Mikroplastik in der Umwelt.

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

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