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Natur und Kultur sollen bei Reiseveranstaltern punkten

Saimaa und St. Petersburg wollen gemeinsam Touristen anlocken

Die Stadt Sankt Petersburg, die Leningrader Oblast und die finnische Region rund um den Saimaa-See gehen ab sofort im Bereich Tourismuswerbung gemeinsame Wege. Wie die Website der Stadt Savonlinna bereits vor zwei Wochen verkündete, arbeiten die Regionen grenzübergreifend zusammen, um gemeinsam Reisende aus China, Südkorea und Mitteleuropa anzulocken.

Saimaa St. Petersburg
Am Saimaa-See und an der Neva in St. Petersburg.
(Fotos Kosti Keistinen / Irina Kudrjawzewa)

Die Initiatoren versprechen sich durch das koordinierte Vorgehen der Regionen der beiden Länder, das Bewusstsein der Reiseverantsalter für das Erholungsgebiet nördlich von St. Petersburg zu schärfen, damit mehr Touristen auch außerhalb der Hochsaison die Gegend besuchen.

Auf der finnischen Seite bilden die Städte Imatra, Lappeenranta, Mikkeli und Savonlinna am Saimaa-See den Markennamenverbund „Purest Finland“.

In den nächsten drei Jahren soll das Projekt das gemeinsame Vorgehen in den Bereichen Information zu Sehenswürdigkeiten und Transport, sowie Visumsangelegenheiten koordinieren. Die Partnerregionen wollen außerdem mit Fluggesellschaften und lokalen Transportunternehmen zusammenarbeiten, um den Zugang zur Region, sowie die Bewegungsfreiheit innerhalb dieser zu erleichtern.

Ohne Visum von Finnland nach Russland

Touristen, die Saimaa besuchen, können ab sofort ohne ein russisches Visum nach St. Petersburg reisen. Normalerweise ist dieses für die Einreise nach Russland dringend erforderlich.

Unterstützung der Reiseveranstalter

Um die Reiseveranstalter darin zu unterstützen, ihr Reisepaket zielgenau zusammenzustellen, wollen die Betreiber des Projektes Marktanalysen durchführen, um den potentiellen Touristen für die Region und seine Bedürfnisse besser kennenzulernen. Damit will man den Reiseveranstaltern die Produktentwicklung so leicht wie möglich machen.

Zwischen St. Petersburg und Saimaa wird es eine klare Arbeitsteilung geben: Petersburg soll mit seinem starken kulturellen Angebot auftrumpfen, wohingegen der Saimaa-See für das Erlebnis in der unberührten nordeuropäischen Natur steht.

St. Petersburg ist von der Region Saimaa nur 200 Kilometer entfernt.

Eine schwierige Vergangenheit

Die Regionen, die heute zusammenarbeiten, waren während des Zweiten Weltkrieges ein Zankapfel zwischen der Sowjetunion und Finnland, wobei die Aggression vom kommunistischen Land ausging. Im Herbst 1939 verlangte die UdSSR die Abtretung der Karelischen Landenge von Finnland, man begründete die Forderung mit Sicherheitsinteressen für die Stadt St. Petersburg, damals Leningrad. Erwartungsgemäß lehnte Finnland die Gebietsforderung ab, woraufhin die Rote Armee das Land angriff.

Das eigentliche Kriegsziel der Sowjetunion war vermutlich ohnehin die vollständige Annexion Finnlands gemäß dem Ribbentrop-Molotow-Pakt, die Gebietsforderung in Karelien diente lediglich als Begründung für den Kriegsanfang. Es begann der sognannte Winterkrieg, in dessen Verlauf sich Finnland der vollständigen Annexion erfolgreich erwehren konnte, jedoch große Teile Kareliens an die UdSSR einbüßte.

ap

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