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„Weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft“

Norwegen: Anders Breivik bleibt in Haft – Antrag auf Freilassung vor Gericht gescheitert

Ein norwegisches Gericht hat den Antrag des Massenmörders Anders Breivik auf Freilassung abgelehnt. Laut Urteil sei der bekennende Neonazi weiterhin eine erhebliche Gefahr für die Gesellschaft.

Utøya Breivik Urteil
Utøya: Wunderschöne Insel mit unfassbar grausamer Vergangenheit. (Foto: Vidar Nordli-Mathisen)

Breivik erschoss im Sommer 2011 in einem Jugendlager auf der Insel Utøya 69 Menschen, nachdem eine von ihm in Oslo gezündete Autobombe acht Passanten aus dem Leben gerissen hatte.

Es war ein Blutrausch sondergleichen, für den Breivik zur Höchststrafe von 21 Jahren Knast verurteilt wurde. Letzten Monat folgte dann, nach Ablauf von etwa der Hälfe seiner Haftstrafe, Breiviks scharf diskutierter Antrag auf Freilassung.

Er sei zwar noch immer ein Nazi, bestätigte der 42-Jährige vor Gericht (und hatte am ersten Tag der Anhörung gleich mal den Hitlergruß im Gepäck). Aber: Er wolle seine Ideologie nun mit friedlichen Mitteln vertreten. Der Gewalt habe er abgeschworen, so sein Plädoyer.

Gericht schenkt Breiviks Ausführungen keinen Glauben

Das Gericht in Telemark im Südosten Norwegens konnte Breiviks Ausführungen mitnichten folgen und verkündete diese Woche einstimmig, seinem vorgeblichen Gewaltverzicht keinen Glauben schenken zu können.

Damit bestätigten die drei Richter die Einschätzung der Staatsanwaltschaft und das Resümee eines psychiatrischen Gutachtens, wonach Breivik noch immer „ein sehr gefährlicher Mann“ sei.

Die Verteidigung quittierte das Urteil hingegen mit der Ankündigung, in Berufung gehen zu wollen. Ob diese zugelassen wird, sei derzeit allerdings noch offen, schreibt das Portal EU Reporter in einem Bericht über die Urteilsverkündung.

Breiviks „Feldzug“ gegen Andersdenkende gilt als das schlimmste Gewaltverbrechen in der norwegischen Nachkriegsgeschichte. Vor Gericht hatte er damals rechtsextreme und islamfeindliche Motive als ausschlaggebend für das Massaker benannt.

Bewusst hatte sich Breivik an jenem 22. Juli 2011 das friedliche Sommerlager der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Norwegens ausgesucht, um seinen Gewaltfantasien freien Lauf zu lassen. Man wird es nie begreifen können.

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sh

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