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Lukiškės-Gefängnis

Was wird aus dem Gefängnis mitten in Vilnius?

Das Anfang Juli geschlossene Gefängnis in der Nähe des historischen Lukiškės-Platzes sucht einen neuen Zweck.

Lukiškės-Gefängnis
Lukiškės-Gefängnis, im Zentrum von Vilnius. (Foto Juliux, CC BY-SA 3.0)
Das 1904 erbaute Gefängnis, zu dem auch die orthodoxe St.-Mikolaj-Kirche gehört, steht unter Denkmalschutz. Es war Schauplatz politischer Verbrechen, hier wurden während der deutschen Invasion der Sowjetunion, im Juni 1941, in der sowjetischen Besatzungszeit Insassen durch das Innenministerium der UdSSR (NKWD) erschossen.

Später, als die Deutschen Streitkräfte das Land besetzten, wurden hier Tausende von Juden aus dem Ghetto Vilnius sowie Polen von der Gestapo und der litauischen Sicherheitspolizei „Saugmas“ gesammelt. Die meisten von ihnen wurden im Wald von Ponary beseitigt. Im Jahr 1944 eroberten sowjetische Truppen Litauen erneut, das Gefängnis ging zurück an den NKWD. Dieser hielt hier Tausende polnischer Aktivisten und Mitglieder der Polnischen Heimatarmee gefangen.

Was soll nun daraus werden? Die Baltic Times berichtete gestern davon, dass der litauische Justizminister zu einer baldigen Umnutzung des Gebäudekomplexes aufgerufen habe. Der Komplex sollte allen Menschen zugänglich gemacht werden.

Bei einer Diskussion zwischen Politikern, Geschäftsleuten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, kamen Vorschläge wie: Start-up-Hub, eine Touristenattraktion oder ein Hotel.

„Ein Fünf-Sterne-Hotel wäre nicht einmal originell, da die Türkei, Finnland und einige andere Länder Fünf-Sterne-Hotels in ehemaligen Gefängnissen haben“, sagte der Minister für Wirtschaft und Innovation, Virginijus Sinkevicius.

Seiner Meinung nach sollten die Gebäude so wenig wie möglich verändert werden, da dies „dazu beitragen würde, ein anderes Vilnius zu entdecken“.

Kurz nach der Schließung des Gefängnisses werden bereits Exkursionen organisiert.

Der Bürgermeister von Vilnius, Remigijus Simasius, sagte, das erste, was getan werden müsse, sei der Abriss des Zauns des Gefängnisses, der nicht unter Denkmalschutz stehe. Er sprach auch über Ideen, hier ein Hotel zu eröffnen oder einen kulturellen oder wirtschaftlichen Raum zu schaffen, und fügte hinzu, dass die Kommunalverwaltung den Komplex übernehmen könnte.

Die letzten Insassen wurden Ende Juni aus dem Lukiškės-Gefängnis verlegt. Insgesamt wurden seit Anfang Januar fast 600 Menschen in andere Justizvollzugsanstalten verlegt.

ap

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