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Nächste Eskalationsstufe

Polen und Litauen ziehen Diplomaten aus Weißrussland ab

Nachdem Tage zuvor bereits Weißrussland angekündigt hatte, seine Diplomaten aus den Nachbarländern Polen und Litauen abzuziehen, dreht sich der Spieß nun um.

Prosteste Weißrussland Polen Litauen
Proteste in Weißrussland dauern nun seit zwei Monaten an. (Foto: Andrew Keymaster)
Denn auch Polen und Litauen haben – übrigens in politischer Abstimmung mit der Europäischen Union – den Beschluss gefasst, Botschaftsangehörige zurückzubeordern. Offiziell für „Konsultationen“, wie aus einem Agenturbericht von AP hervorgeht.

Die Aufforderung dazu kam zwar aus Weißrussland. Es ist jedoch nicht bekannt, ob beide Länder diesen Schritt in der aktuell sehr angespannten Lage nicht ohnehin gegangen wären.

Nach der umstrittenen Wiederwahl des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko mit anschließenden Massenprotesten im Land und einer Welle von willkürlichen Festnahmen sind die außenpolitischen Fronten beiderseits der EU-Grenze verhärtet.

Während Polen und Litauen daran festhalten, der weißrussischen Opposition den Rücken stärken zu wollen, wirft der selbsternannte Präsident Weißrusslands, Lukaschenko, seinen Nachbarländern „zerstörerisches Verhalten“ vor.

Polens Außenminister Zbigniew Rau gab am Montag via Social Media bekannt, dass sein Land in Abstimmung mit den EU-Gremien beschlossen habe, „einige der in Weißrussland akkreditierten Botschafter zurückzurufen.“

Zugleich bleibe die Unterstützung der weißrussischen Demokratiebewegung für Polen und die EU weit oben auf der Agenda.

Seit der unter massivem Manipulationsverdacht stehenden Präsidentschaftswahl am 9. August 2020 wird Weißrussland von einer nie dagewesenen Protestwelle erschüttert. Ausgang derzeit völlig offen – nicht nur innen-, sondern auch außenpolitisch.

Lesen Sie auch: Litauen nimmt über 200 Bürger aus Weißrussland auf

sh

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