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„Abstoßender Heldenkult“

Litauen: Vilnius will Skulpturen sowjetischer Soldaten auf Friedhof entfernen lassen

Die Verwaltung der litauischen Hauptstadt Vilnius will Skulpturen sowjetischer Soldaten auf dem Antakalnis-Friedhof entfernen lassen. Ein entsprechender Antrag liegt bereits bei der Abteilung für kulturelles Erbe. Die Entscheidung, die natürlich nicht ganz ohne ist, steht aber noch aus.

Antakalnis Friedhof Denkmal
Das Denkmal für sowjetische Soldaten auf dem Friedhof von Antakalnis sind als Zeugnisse einer menschenverachtenden Ideologie unerwünscht. (Foto: Evaldas Liutkus / CC BY 2.0)
„Wir haben einen sowjetischen Schandfleck gefunden – sechs Granitskulpturen, eine davon mit Gewehr“, teilte Bürgermeister Remigijus Šimasius am Donnerstag in einem Statement mit, das dem Newsportal LRT.lt vorliegt.

Dazu muss man wissen, dass sich das Skulpturenensemble in unmittelbarer Nähe sowjetischer Soldatengräber befindet, die als kulturelles Erbe verbindlich geschützt sind und bleiben.

„Natürlich werden wir die Grabsteine nicht anrühren, aber ich möchte die Entfernung des Skulpturenensembles veranlassen. Denn: Die Angewohnheit Moskaus, Friedhöfe in Gedenkstätten für ideologischen Heldenkult zu verwandeln, war und ist abstoßend“, so Šimasius.

Einen neuen Verwendungszweck und -ort gäbe es bereits: Die Stadtverwaltung von Vilnius strebt nämlich an, das Ensemble im Grūtas-Park aufzustellen, wo Relikte aus der Sowjetzeit sozusagen in gebündelter Form besichtigt werden können.

Hintergrund der Initiative ist ganz grundsätzlich, dass Litauen nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine damit begonnen hat, sowjetische Gedenkzeichen an verschiedenen Orten des Landes zu überprüfen und gegebenenfalls abzubauen.

Passend dazu unterzeichnete Kultusminister Simonas Kairys im April einen Erlass, der den Gemeinden des Landes die Möglichkeit gibt, über das Schicksal sowjetischer Denkmäler auf Friedhöfen und anderswo autark zu entscheiden.

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