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Fußgänger haben immer „Vorfahrt“

Die wichtigsten Verkehrsregeln für Island

Auf Island ist der Fußgänger sozusagen heilig. Man liest und hört davon, und dann stellt man vor Ort fest: es stimmt wirklich. Es ist kaum ein Ort auf der Welt vorstellbar, an dem Autofahrer rücksichtsvoller mit Passanten umgehen. Zumindest gefühlt.

island verkehrsregeln
Island: Entlegenheit in ihrer schönsten Form – meist nur mit dem Auto zu erreichen. (Foto: M. Volpin)
Häufig wird auf Verdacht gebremst, sobald Menschen den Anschein erwecken, die Straße überqueren zu wollen – dafür braucht es auf Island keinen Zebrastreifen. Als Gast tut man gut daran, sich dieser Maxime anzupassen.

Ansonsten gelten natürlich auch hier nicht gefühlte, sondern festgeschriebene Regeln, die schlichtweg einzuhalten sind. Zuwiderhandlungen werden auf Island ziemlich hart bestraft. Das gleich mal vorweg. Daher folgen die wichtigsten Verkehrsregeln im Überblick, damit man sich vor der Reise ein wenig mit der Materie vertraut machen kann.

Höchstgeschwindigkeiten: Auf Island wird in der Regel nicht sonderlich schnell gefahren. Es gäbe dafür auch weder einen plausiblen Grund – man mag es einfach gemütlich – noch (vielerorts) die nötigen Streckenverhältnisse. Innerorts ist wie so häufig in Europa Tempo 50 erlaubt.

Außerstädtisch sind meistens 90 Stundenkilometer erlaubt, wenn es sich um eine asphaltierte Straße handelt. Auf Schotter sind dagegen lediglich 80 km/h drin. In jedem Fall sollte man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Sonst drohen mindestens 100 Euro Bußgeld, Raserei kann schnell mal 400 Euro bedeuten.

Thema Alkohol: Island ist beim Thema Alkohol sehr restriktiv unterwegs. Erlaubt sind am Steuer gerade einmal 0,2 Promille Blutalkohol, was in der Praxis fast einem Verbot gleichkommt. Zum Vergleich: England „gönnt“ seinen Fahrern mit 0,8 Promille deutlich mehr.

Auf Island kann man sich dagegen schon nach einm Glas Bier nicht ganz sicher sein, noch unterhalb der kritischen Schwelle zu liegen. Wer drüber liegt, zahlt mindestens 600 Euro. So gut kann kein Bier schmecken, dass sich das lohnt. Rund um die Hauptstadt Reykjavik finden zudem zahlreiche Kontrollen statt. Mit dem Alkohol ist das halt so eine Sache auf Island.

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Typisch isländische Gebirgsstraße – hier mit Asphalt, häufig nur mit Schotter versehen. (Foto: steveriot1)
Verkehrsdelikte und Regelungen: Auf Island muss ganzjährig mit Abblendlicht gefahren werden, und zwar zu jeder Tageszeit. Gerade im Dauerdunkel der Wintermonate versteht sich das natürlich von selbst. Aber auch im Sommer kann das gleißende Sonnenlicht schnell mal für schlechte Sicht sorgen. Daher macht die Lichtpflicht total Sinn.

Wer einen Wildunfall hat (leider recht häufig auf den Überlandstraßen), ist verpflichtet, dies polizeilich zu melden. Parken gegen die Fahrtrichtung ist seit Anfang 2020 verboten. Und natürlich gilt Gurtpflicht für alle Insassen. Ebenfalls seit Anfang 2020 ist es verboten, Geräte wie Handy oder Navi während der Fahrt zu nutzen bzw. zu bedienen.

Regelung der Vorfahrt: Noch so etwas, was auf Island relativ unbürokratisch geregelt ist. Wer zuerst an einer der vielen Brücken ankommt, hat die Vorfahrt. Dafür braucht es keine große Beschilderung. Wichtig ist das deshalb, weil es sich häufig um einspurige Brücken handelt.

Kurze Parkbuchten davor und danach erleichtern es, dass man unbeschadet aneinander vorbeikommt. Übrigens werden einspurige Brücken häufig mit dem Hinweisschild „Einbreið Brú“ angekündigt. Vorsichtshalber Fuß vom Gas, wenn dieses Schild auftaucht.

sh

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