Studie SHARE

Forscher überrascht von Wichtigkeit der Großväter bei der Kinderbetreuung

| 12.09.2018 - 9:23 Uhr

Mehr als 70 Prozent der Großeltern betreuen mindestens einige Male im Monat die Kinder, so eine kürzlich veröffentlichte Studie. Dabei zeigten sich die finnischen Forscher davon überrascht, welch eine wichtige Rolle Großväter bei der Kinderbtreuung übernehmen. Das berichtete gestern das Nachrichtenportal Yle Uutiset aus Finnland.

Kinderbetreuung Großeltern

Großväter kümmern sich in Finnland genauso oft um die Enkel wie Großmütter.
(Foto Gerd Altmann)


Die Forscherin der Familienfürsorge Väestöliitto, Mirka Danielsbacka, sagte gegenüber Yle, sie sei davon überrascht, welch aktive Rolle die Großväter bei der Betreuung von Kindern übernehmen.

Die am Montag veröffentlichten Teil-Ergebnisse der EU-weiten Studienreihe, „Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe“ (SHARE), untersuchte, wie häufig Menschen über 50 mit ihren Enkelkindern zusammenkamen. Die Hälfte der Großeltern in Finnland gab an, sie betreute die Enkel merhmals im Monat, ohne, dass die Eltern der Kinder anwesend seien. Über 70 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals monatlich mit ihren Enkeln zusammenzukommen.

Knapp über 11 Prozent gaben an, sich niemals um die Enkel zu kümmern. 3 Prozent sagten, sie kümmerten sich fast täglich um die Enkelkinder.

Enkelkinder erhöhen Lebensqualität

Viele Großeltern sagten, seit der Geburt ihres ersten Enkels habe ihr Leben mehr Sinn erhalten, so ein Ergebnis der Studie. Seit es in Finnland flächendeckende Kinderbetreuungshorte gäbe, so der Bericht, würden die Großeltern nicht immer gebraucht werden. Dafür sorgten sie für die Enkel immer, wenn es ihnen passt.

Interessant sei gewesen, so Danielsbacka zu Yle, dass Großväter und Großmütter in ähnlicher Weise geantwortet hätten. Im Prinzip unterscheidet sich die Art und Weise, wie sich die Großväter um die Enkel kümmerten, nicht von der der Großmütter.

Die Forscherin geht davon aus, dass das erhöhte Interesse der Großväter an den Enkelkindern, auf die Entwicklung einer neuen Kultur im Kinder- und Familienleben hindeute.

Danielsbacka wies daraufhin, dass die endgültigen Ergebnisse noch abgewartet werden müssten, aber die vorläufigen Resultate seinen interessant.

Die Studie sammelt die Daten zum Thema Großeltern, Kinder und Familien noch bis Ende des Jahres, danach werden die endgültigen Ergebnisse vorliegen.

SHARE ist eine länderübergreifende Befragung, die in regelmäßigen Abständen Daten zum Leben von mehr als 123.000 Menschen über 50 erhebt. Die Studie untersucht, wie die Menschen in Europa und Israel altern. Die erste Befragung fand im Jahre 2002 statt.

ap

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestmail

Hinterlasse einen Kommentar

avatar