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Nettozuwanderung im positiven Bereich

Finnland erlebt einen Rückgang der Einwanderung von Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr

Die finnische Einwanderungsbehörde Migri hat im Jahr 2022 mehr als 20.000 Arbeits-Visa erteilt, in diesem Jahr jedoch werden es voraussichtlich rund ein Viertel weniger sein, nämlich 15.000, wie das finnische Nachrichtenportal Yle berichtet.

Fachkräfte Finnland Arbeitserlaubnis
Die Gruppe „Specialists in Finland“ organisierte im September einen Protest gegen die geplante Verschärfung des Einwanderungsgesetzes vor dem finnischen Parlament. (Foto: Foreign Specialists in Finland)
Die meisten der Arbeitsmigranten, die letztes Jahr ein Visum erhielten, kamen aus Russland, Indien und den Philippinen, so Migri laut Yle.

Unter den EU-Ländern gehörten Esten, Rumänen und Letten zu den größten Gruppen, die zum Arbeiten nach Finnland kamen.

Aus den Zahlen von Migri geht auch hervor, dass in diesem Jahr bisher 40.468 Personen eine erstmalige Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, unter anderem aus Gründen der Arbeit, der Familienzusammenführung oder des Studiums.

Die Behörde geht davon aus, dass die Gesamtzahl der Menschen, die in diesem Jahr aus dem Ausland nach Finnland ziehen, höher sein wird als im letzten Jahr, dass aber weniger Arbeitsvisa ausgestellt werden.

In den Zahlen von Migri sind weder Saisonarbeiter noch die Familienangehörigen von Personen enthalten, die auf der Suche nach Schutz nach Finnland gekommen sind. Auch ukrainische Staatsangehörige, die mit einem befristeten Schutzvisum nach Finnland gekommen sind, sind in den Zahlen nicht enthalten.

„Die Zahl der Arbeitsgenehmigungen ist auf einem hohen Niveau geblieben, dürfte aber in diesem Jahr bei etwa 15.000 liegen. Die berechnete Erwartung für EU-Bürger, die in diesem Jahr zum Arbeiten nach Finnland kommen, liegt bei etwas mehr als 3.300 Personen“, erklärte Markus Suutari von Migri.

Arbeitsmigration durch schwache Wirtschaftslage beeinträchtigt

Aus mindestens zwei Gründen kommen weniger Menschen als früher zum Arbeiten nach Finnland. Erstens habe der Einwanderunsgstau aus der Zeit der Corona-Pandemie zu einem Rekordhoch der Einwanderer im letzten Jahr geführt. Dieser angestaute Andrang ist noch abgearbeitet.

„Ein Faktor ist der Abbau des Nachfrage aus der Coronazeit. […] dies erklärt auch die niedrigere Zahl in diesem Jahr“, sagt Katri Niskanen, leitende Angestellte im Ministerium für Beschäftigung und Wirtschaft gegenüber Yle.

Andererseits befindet sich die Baubranche in der Krise, und auch die Gesamtwirtschaft und die Exportindustrie entwickeln sich schlecht.

„Die Wirtschaftstätigkeit wirkt sich immer auf die Arbeitsmigration aus. Aber hier geht es darum, die von den Arbeitgebern benötigten Arbeitskräfte nach Finnland zu holen. Wenn also die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften sinkt, gibt es auch weniger Neuzugänge auf dem Arbeitsmarkt“, so Niskanen weiter.

Regierung will arbeitsbedingte Einwanderung und auch Verbleib in Finnland erschweren

Im nächsten Jahr könnte die von der konservativ-nationalistischen Regierung geplante Gesetzesänderung, die sowohl die Regeln für den Verbleib von Arbeitskräften erschweren als auch ihre Einwanderung, die Migrationsfeude dämpfen. Wir berichteten über den Protest gegen die geplanten Änderungen.

Unter anderem sieht die Änderung eine Anhebung der Mindesteinkommensgrenze für Personen, die mit einer Arbeitserlaubnis nach Finnland kommen. Ein Famielienzusammenführung soll künftig ebenfalls vom Einkommen des Antragstellers in Finnland abhängen.

Im Falle des Verlustes eines Arbeitzsplatzes soll die Arbeitslosenzeit auf drei Monate beschränkt werden. Nach Ablauf dieser Frist muss die Person entweder eine Arbeitsstelle gefunden haben oder das Land verlassen. – Vor allem diese Regelung wird in Finnland scharf kritisiert, da, laut Umfrage, die meisten Arbeitskräfte keine neue Stelle innerhalb dreier Monate finden können.

Auch Studenten werden künftig stärkerum Druck ausgestezt sein, sollte das neue Gesetzesvorhaben in der jetzigen Form angenommen werden. Die Inanspruchnahme von Sozialleistungen im Rahmen einer Aufenthaltsgenehmigung für Studenten könnte zum Entzug der Genehmigung führen.

Die Nettozuwanderung nach Finnland ist auch in diesem Jahr positiv

Nach Angaben des Statistischen Amtes Finnlands gab es im Zeitraum Januar bis August dieses Jahres 42.070 Einwanderer. Die Zahl der Auswanderer lag bei über 8.400, so dass die Nettozuwanderung 33.600 überstieg.

Die vorläufige Einwohnerszahl Finnlands lag Ende August bei 5.587.841 Personen, so das Statistische Amt. Das ist ein Zuwachs im Zeitraum Januar bis August um 23.871 Personen gegnüber dem Vorjahr.

Unser QUIZ zum Thema FINNLAND

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