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Piiriveere-Tag der Zwiebel und des Fischs – Altgläubige und Seto

Estland: Freilichtmuseum Tallinn feiert am Freitag Erntedankfest – zu Ehren zweier Minderheiten

Am kommenden Freitag findet im Estnischen Freilichtmuseum Tallinn zu Ehren zweier ethnischer Minderheiten eine wunderbare Erntedank-Veranstaltung statt. Gemeint sind die Altgläubigen und die Seto, deren Wurzeln jeweils weit im Osten des Landes liegen.

Zwiebelroute Piiriveere-Tag der Zwiebel und des Fisches
Am Piiriveere-Tag der Zwiebel und des Fisches bekommt man die Gelegenheit, am großen Herbstfest der Setukesen und der Altgläubigen teilzunehmen. (Foto: Nordisch.info)
Die Veranstaltung bietet Besuchern die Möglichkeit, an traditionellen Spielen und handwerklichen Workshops beider Volksgruppen mitzuwirken. Oder aber „Leelo“ live zu erleben, eine einzigartige Form des mehrstimmigen Gesangs der Seto, die längst Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist.

„Herzstück der Veranstaltung sind Gemeindemitglieder der Seto und der Altgläubigen, die extra nach Tallinn reisen. Sie stellen den Menschen die Kultur ihrer Regionen, ihre Erntebräuche und ihre neuesten Errungenschaften vor“, teilte das Freilichtmuseum mit.

Für Besucher: Alle Aktivitäten finden am kommenden Freitag (1. Oktober 2022), zwischen 10 und 16 Uhr auf dem Dorfanger in unmittelbarer Nähe des Seto-Hofes des Museums statt. Wie – zum Glück – oft bei solchen Veranstaltungen ist auch für das leibliche Wohl bestens und traditionell gesorgt.

Da beide Gemeinden für ihren Gemüseanbau und ihre Fischereikunst bekannt sind, umfasst die Veranstaltung einen Markt, auf dem man beispielsweise schmackhafte Peipsi-Zwiebeln, Fisch und vieles mehr kaufen kann.

Lammfleischsuppe, Zwiebel- und Fischgerichte werden zudem den ganzen Tag über frisch zubereitet und direkt vor Ort angeboten. Auf der Webseite des Museums finden sich ein Tagesprogramm und die Möglichkeit zum Ticketkauf.

Kurz noch zur Erläuterung: Die Seto (auch Setukesen) sind im russisch-estnischen Grenzland angesiedelt. Experten schätzen die mehrheitlich dem orthodoxen Glauben zugehörige Gruppe auf etwa 10.000 Personen.

Auch die Altgläubigen leben unweit der russischen Grenze, zumeist im Umfeld des riesigen Peipsi-Sees. Es handelt sich hierbei um Nachfahren religiöser Flüchtlinge, die sich im 17. Jahrhundert Änderungen der russisch-orthodoxen Kirche widersetzten – und in Estland Unterschlupf fanden.

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