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Neues Videomaterial

Estonia-Katastrophe: Hat Schweden etwas zu verbergen?

Gut 26 Jahre nach dem Untergang der Ostseefähre MS Estonia könnten die Fragezeichen zur Ursache der Katastrophe kaum größer sein.

Estonia Estline Fähre
Die Fähre Estonia des estnische-schwedischen Unternehmens EstLine. (Quelle: EstLine/Facebook)
Grund hierfür ist neues Videomaterial vom Wrack des Schiffes, das am 28. September 1994 bei heftigem Seegang nahe der finnischen Insel Utö zunächst Leck schlug und Minuten später von allen Radarschirmen verschwand.

Gegen 01.30 Uhr am frühen Morgen. 852 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Ein 1997 nach etlichen Verzögerungen veröffentlichter Untersuchungsbericht kam schließlich zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Unfallursache um technisches Versagen gehandelt habe.

Konkret heißt es darin, die schwere Befestigung der Bugklappe habe der Last der vom Sturm aufgepeitschten See nicht standgehalten.

In der Folge soll in kürzester Zeit derart viel Wasser in den Rumpf der Estonia gelangt sein, dass das etwa 160 Meter lange Schiff bereits Minuten nach dem ersten Notruf sank.

Belegt ist in der Tat, dass alles sehr schnell, für die meisten Personen an Bord zu schnell gegangen war. Allerdings mischten sich bezüglich des im Abschlussbericht offiziell zur alleinigen Unglücks-Hauptursache erkorenen Bolzenbruchs immer wieder Zweifel in die Berichterstattung.

Begründete Zweifel, wie die neuen Videobilder vom Grund der Ostsee nun zeigen.

Denn zu sehen ist darauf ein rund vier Meter hohes und etwas über einen Meter breites Loch im Rumpf des Wracks, dessen Ursprung seit Bekanntwerden als entweder mitentscheidend oder sogar ausschlaggebend für das minutenschnelle Schicksal der Estonia beschrieben wird.

So jedenfalls lautet die Theorie, der sich angesichts der neuen Bilder immer mehr Menschen anzuschließen scheinen.

Darunter auch Stimmen, die vermuten, eine Kollision mit einem U-Boot könnte zu dem folgenschweren Abbrechen der Bugklappe geführt haben.

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Und zwar ein schwedisches U-Boot, geht einem Bericht des Nachrichtenportals SVT zufolge der ehemalige Untersuchungsvorsitzende der estnischen Regierung, Margus Kurm, noch einen kleinen, aber politisch umso brisanteren Schritt weiter.

Denn waren es nicht schwedische Ermittler, denen im Zuge der Aufarbeitung der Katastrophe an entscheidenden stellen immer wieder Versäumnisse nachgesagt wurden? Und mangelnde Kooperationsbereitschaft?

Das Ganze übrigens sehr zum Verdruss der wenigen Überlebenden des Untergangs und der Hinterbliebenen der Opfer, die gut ein Vierteljahrhundert danach noch immer mit quälenden Ungewissheiten zu kämpfen haben.

Nein, von einem angenehmen Anlass konnte aus den genannten Gründen keine Rede sein, als am Montagabend Schwedens Regierungschef Stefan Löfven und der estnische Ministerpräsident Jüri Ratas zum zweiten Mal binnen weniger Tage über die Katastrophe sprachen – diesmal allerdings vor dem Hintergrund neuer filmischer Erkenntnisse und sich stündlich zuspitzender Spekulationen.

Nach dem Austausch war die schwedische Seite daher bemüht zu betonen, dass es ein „gutes Treffen“ der beiden Spitzenpolitiker gewesen sei.

Man habe sich darauf verständigt, den Blick in dieser Angelegenheit gemeinsam nach vorne zu richten und die Auswertung der neuen Videobilder nun zunächst einer Expertenrunde zu überlassen. Wieder einmal.

Anlass zu einem Kommentar Löfvens über die im Raum stehende U-Boot-Theorie bestand dem Vernehmen nach nicht.

Derzeit gebe es keinen Grund, sich zu diesen und anderen Dingen zu äußern, ließ die Presseabteilung der schwedischen Regierung abwiegelnd verbreiten.

Zur Ausräumung irgendwelcher Zweifel und Theorien dürfte das Treffen damit nur bedingt beigetragen haben. Es scheint, als läge eine weitere, höchst unangenehme Wartezeit vor allen Beteiligten, die ein wenig Gewissheit gut gebrauchen könnten.

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sh

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