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Absichtserklärung über Mega-Projekt

Weltrekord: Estland und Finnland planen Bau eines 100 Kilometer (!) langen Unterseetunnels

Wenn das Projekt zustande kommt, ist es ein globaler Meilenstein der Ingenieurskunst. Zu Beginn der Woche werden Vertreter der Regierungen Estlands und Finnlands eine Absichtserklärung unterzeichnen, die ein ganz besonderes Ziel hat: den Bau eines rund 100 Kilometer langen Unterseetunnels, der in nicht allzu ferner Zukunft die Hauptstädte beider Länder verbinden soll.

rail baltica europa
Ein kurzer Blick auf die Karte verrät, was das Projekt für den Fernbahn-Tourismus in Europa bedeuten würde. (Foto: RB Rail AS – CC BY-SA 4.0)
Grünes Licht für die Absichtserklärung erteilte das estnische Parlament dem Wirtschaftsministerium am vergangenen Donnerstag. Damit ist immerhin eine vorentscheidende Hürde auf dem Weg zu dem Mega-Bauwerk genommen, das als längster Unterseetunnel der Welt in die Geschichtsbücher eingehen würde.

Der Inhalt der Vereinbarung werde im Anschluss an die Ratifizierung publik gemacht, teilte das estnische Regierungsbüro mit. Zwar sei damit noch nicht in Stein gemeißelt, dass es tatsächlich zum Bau der geschätzt 20 Milliarden Euro teuren Unterseeröhre kommen werde, schreibt ERR.ee in einem Bericht.

Aber die Absichtserklärung schaffe politische Möglichkeiten, beispielsweise hinsichtlich europäischer Fördermittel, die angesichts der gewaltigen finanziellen Herausforderungen eines solchen Mega-Projektes wesentlich zur Realisierung beitragen dürften.

Die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas zu der anstehenden Unterzeichnung: „Bei einem so großen Projekt ist es wichtig, dass beide Länder ihren guten Willen zum Ausdruck bringen.“ Sie hoffe, dass mit der Unterzeichnung des Protokolls die Vorbereitungen für den Bau des Tunnels beidseitig rasch fortfahren würden.

Im ersten Schritt wird das estnische Ministerium für Wirtschaft und Kommunikation daher in naher Zukunft eine Arbeitsgruppe für den Verbindungstunnel von Tallinn nach Helsinki ins Leben rufen. Regierungsmitglieder und Vertreter beider Stadtverwaltungen sollen dem Gremium angehören.

Interessant ist das Tunnelprojekt auch deshalb, weil es das letzte Glied der Rail Baltica-Route bilden könnte. Also einer bereits im Bau befindlichen Schnellbahn-Trasse, die den baltischen Raum schon ab etwa Mitte dieses Jahrzehnts mit dem Zentrum Europas verbinden wird.

Kommt der Tunnel, wäre er ein Tor nach Finnland, das den Bahnreiseverkehr in den hohen Norden Europas enorm beflügeln könnte. Ein wirklich spannendes Projekt, dem man als Bahnfreund nur die Daumen drücken kann.

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sh

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