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Neuer Trend dank Corona

England: Vergessen Sie Camping! In uralten Kirchen schläft es sich viel besser

Dass Corona im Vereinigten Königreich so ziemlich jeden Lebensbereich hart getroffen hat, ist hinlänglich bekannt. Dazu zählte und zählt insbesondere auch der Tourismusbereich.

Fotos: Churches Conservation Trust / www.champing.co.uk

Grob der Überblick: Erst ging hier monatelang so gut wie gar nichts – und dann auf einmal so viel, dass man sich in Hotels und auf Campingplätzen fast auf die Füße trat.

Schließlich schied das Ausland 2021 wegen des Inzidenz-Hickhacks und möglicher Quarantäne-Verpflichtungen für die allermeisten britischen Touristen aus. Dann eben der heimische Strand! Und zwar en masse…

Allerdings war der Ansturm des Guten deutlich zu viel, jedenfalls für einen bestimmten Typus von Urlauber. Genau jenen Typus, der es lieber ruhig und beschaulich mag.

Normalerweise alles kein Problem auf der britischen Insel, da sie auch ihre versteckten Eckchen hat. Aber eben nicht im Ausnahmejahr 2021, in dem „Staycation“ (Urlaub daheim) das Schlüsselwort des Frühjahrs und des Sommers war.

Also musste eine neue, alternative Form des Urlaubmachens erprobt werden, die sich unter dem Begriff „Champing“ wachsender Beliebtheit erfreut. Champing, das steht für Camping in Kirchen (Churches) – also alten Kirchen, die streng genommen nur noch eine Funktion haben: gegen den Verfall ankämpfen.

Damit genau das nicht passiert, gibt es in UK schon seit einigen Jahren die Möglichkeit, sich für einen Betrag X in einige der unzähligen verlassenen Gotteshäuser auf der Insel einzubuchen.

Der Service ähnelt dem von Airbnb, nur eben von und für Kirchen bzw. deren Fördervereine, die dann mit den Einkünften dringend benötigte Gelder für die Instandhaltung einnehmen. Geben und Nehmen in seiner reinsten Form, wenn man so will.

Allerdings war Champing in den ersten Jahren nur eine absolute Randerscheinung – bis eben Corona kam. 2021 sei daraus schon fast so etwas wie eine kleine Bewegung entstanden, schreibt der Guardian nun in einem Bericht über das Phänomen.

Die Übernachtungszahlen dieser Saison, die ja noch bis Oktober andauert, steuern jedenfalls längst auf einen Rekord zu. Insgesamt 14 Kirchen sind bislang Teil der Initiative, die auf Betreiben des Churches Conservation Trust (CCT) entstanden ist. Vor etwa sechs Jahren war das.

Seither können es sich zahlende Gäste für etwa 50 bis 60 Pfund (60 bis 70 Euro) pro Nacht in einem der jahrhundertealten Gemäuer gemütlich machen. Umgeben von Ruhe, Dunkelheit, Grabsteinen, Steinfiguren und allem sonstigen Ambiente, das alte Kirchen zu bieten haben.

Beschrieben wird das Ganze von Kirchenurlaubern als etwas ganz Besonders. Dass es das ist, daran kann auch kein Zweifel bestehen. Übrigens ist Teil der Buchung, dass nicht mehrere Touristengruppen gleichzeitig in einer der Kirchen nächtigen. Man ist allein mit sich und den seinen.

Im Vorfeld erhält man den Schlüssel zur Kirche wie im Hotel an der Rezeption. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei großartig, verrieten Gäste dem Guardian. Denn selbst kleinste Kirchen sind natürlich riesig, wenn man nur zu zweit oder mit der Familie darin nächtigt.

Das könnte doch was für den nächsten Urlaub sein… Alle Infos zur Lage der Kirchen bis hin zur Buchung finden sich auf der Webseite des Anbieters, auf die wir hier sehr gerne verweisen wollen. Die Bildergalerie oben zeigt eine Auswahl der Kirchen, die gebucht werden können.

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sh

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