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„Wir erleben eine wahre Plastikflut“

Großbritannien: Verbot von Einwegplastik ist in der Mache – in diskutabler Größenordnung

Nach Wales und Schottland hat nun auch England angekündigt, Einwegartikel wie Plastikbesteck und -teller schnellstmöglich vom Markt nehmen zu wollen. Pläne für ein entsprechendes Verbot hat die Regierung zu Beginn dieser Woche bestätigt.

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Greenpeace UK spricht von einer wahren „Plastikflut“, mit der man es zu tun habe. Und fordert deutlich mehr als die Pläne der Regierung. (Foto: depositphotos.com)

Zwar ist der genaue Zeitpunkt noch nicht klar, die Rede ist aber eher von Monaten als von Jahren. Und das ist gut so, denn die Zahlen hinter dieser Geschichte haben nicht das Geringste mit Nachhaltigkeit zu tun (gilt natürlich längst nicht nur für UK).

Nach Angaben der Regierung werden allein in England jedes Jahr 1,1 Milliarden Einwegteller und mehr als vier Milliarden Stück Plastikbesteck verwendet. Als Konsumentengruppe reden wir hier über rund 56 Millionen Menschen.

Noch detaillierter wird das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra), wo es heißt, dass jede Person in England jährlich 18 Einwegplastikteller und 37 Stück Plastikbesteck verbraucht. Wovon dann wiederum nur 10 Prozent recycelt werden.

Daher auch sieht Umweltministerin Thérèse Coffey in dem angekündigten Verbot einen zentralen Schritt, „um die Umwelt für künftige Generationen zu schützen“. Späte Einsicht, wie so häufig, die aber auch von Umweltschützern begrüßt wird.

Jedoch garniert mit der Forderung, noch viel mehr gegen Einwegplastik zu tun, da die Ankündigung der Regierung sich in erster Linie auf Speisen und Getränke zum Mitnehmen bezieht.

Mit Einwegplastik aus dem Supermarkt, dem eigentlichen Riesenberg, müsse aber anders verfahren werden. Wie, ließ die Regierung bislang jedoch offen, was laut der BBC zum Beispiel Greenpeace UK scharf verurteilt.

Megan Randles, Sprecherin der Organisation: „Wir erleben eine Plastikflut. Da sind die Pläne der Regierung so, als würde man zum Wischmopp greifen, statt den Wasserhahn zuzudrehen.“ Sie fordert die Regierung auf, „endlich eine sinnvolle Strategie für ein ordentliches Wiederverwendungs- und Nachfüllsystem“ vorzulegen.

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