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Weil Tausende Lkw-Fahrer fehlen

UK: McDonald’s muss Milchshakes von Karte streichen – gravierende Lieferengpässe

Eigentlich kaum zu glauben, aber wahr: Fastfood-Riese McDonald’s bietet in vielen seiner 1.250 Filialen im Vereinigten Königreich keine Milchshakes mehr an. Fürs Erste gestrichen von der Speisekarte.

UK McDonald's
Für einen Milchshake braucht man in UK momentan nicht zu McDonald’s fahren – gibt es nicht wegen Lieferengpässen. Aber Burger sind noch reichlich da, heißt es.
(Foto: Rodhullandemu, CC BY-SA 4.0)
Grund dafür sind Lieferengpässe, die auf der Insel immer absurdere Formen annehmen. Es gibt infolge des Brexits einfach zu wenig logistische Kapazitäten. Vor allem Lkw-Fahrer sind rar gesät wie nie.

In einer Meldung teilte das Unternehmen nun mit, man arbeite hart daran, die Probleme in den Griff zu bekommen – und negative Auswirkungen auf das Kundenangebot so gering wie möglich zu halten.

„Wie vielfach berichtet, sind die Einzelhändler im Vereinigten Königreich derzeit mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, zu denen auch der landesweite Mangel an Lkw-Fahrern zählt“, heißt es in dem Statement von McDonald’s.

Anfang dieses Monats schätzte eine Umfrage der Road Haulage Association (RHA), dass im Vereinigten Königreich aktuell mehr als 100.000 Lkw-Fahrer fehlen. Kein Wunder, dass das Liefersystem angesichts solcher Zahlen ins Wanken gerät.

Grund für den Mangel sei aber nicht nur der Brexit (mit seiner überbordenden Bürokratie), sondern auch Corona habe den Logistikern im Vereinigten Königreich übel mitgespielt, heißt es in einem BBC-Beitrag.

So hätten aufgrund der Pandemie im letzten Jahr etwa 30.000 Lkw-Fahrprüfungen nicht stattfinden können. Zudem wird berichtet, dass rund 15.000 Fahrer dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit adieu gesagt haben. Auch deshalb, weil man sich nach einer sehr zugespitzten Debatte über ausländische Arbeitskräfte nicht mehr willkommen fühlte.

Nun sei er tatsächlich da, der „historische“ Fahrermangel, schreibt die BBC. Und ein Ende zeichnet sich nicht wirklich ab. Zum Vergleich: Lediglich 600 Fahrer sollen bis Juli 2021 auf die Insel zurückgekehrt sein. Der Rest fährt stattdessen auf dem kontinentalen Festland seine Waren durch die Länder.

Als Abhilfe sollen jetzt Anreize geschaffen werden, finanzielle und in der Ausbildung von Fahrern. Nur eben reichlich spät, weshalb in UK noch für Monate mit Produktknappheit zu rechnen ist. Wenn es gut läuft, wohlgemerkt.

Und McDonald’s? Hier setzt man erstmal alles daran, das Kerngeschäft – Burger und Pommes – zu sichern. Auch bereits abgefüllte Getränke mit höherer Haltbarkeit sollen nicht gefährdet sein. Aber der Milchshake, der hat es nicht geschafft.

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sh

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