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Uneiniges Vereinigtes Königreich

Rechter Krawall im Zentrum Londons: „Zum Schutz der Denkmäler“ (Video)

An diesem Wochenende ist es im Zentrum von London zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen teils rechtsextremen Aktivisten und der Polizei gekommen.

Mehr als 100 Demonstranten wurden dabei festgenommen, auf beiden Seiten gab es Verletzte. Premierminister Boris Johnson verurteilte das Geschehen als „rassistisch motivierte Schlägerei.“ Jeder Angriff auf die Polizei, so der Premier, würde „mit der vollen Kraft des Gesetzes“ geahndet.

Gekommen war es zu dem Aufmarsch, weil auf der Insel im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung eine heftige Debatte über die historische Rolle Großbritanniens bzw. Teile seiner ehemaligen Eliten entbrannt ist.

In der Woche zuvor hatten BLM-Befürworter bei landesweiten Demonstrationen unter anderem die Statue des ehemaligen Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel gerissen und im Hafen von Bristol versenkt.

Und auch in London ließen es sich mutmaßlich linke Aktivisten nicht nehmen, das Denkmal des ehemaligen Premierministers Winston Churchill am Parliament Square mit dem Schriftzug „Churchill war ein Rassist“ zu besprühen.

Provokationen, die die Gegenseite postwendend via Social-Media zu einem Aufruf zum „Schutz der Denkmäler“ veranlasste, dem an diesem Samstag in London mehrere tausend hauptsächlich weiße Demonstranten nachkamen.

Vor den Zusammenstößen sagte Paul Golding, der Anführer der rechtsextremen Partei Britain First, er habe es satt, dass die Behörden „Vandalismus gegen unsere nationalen Denkmäler zulassen.“ Wenig später flogen die ersten Flaschen in Richtung Polizei, begleitet von rechten Parolen und „England“-Gesängen.

In anderen Teilen des Landes fanden zeitgleich friedliche Demonstrationen gegen Rassismus und Diskriminierung statt. In Brighton etwa nahmen mehr als 10.000 Menschen an einer Black Lives Matter-Veranstaltung teil.

Aus Sorge vor einer weiteren, womöglich zerstörerischen Attacke auf die Statue Churchills hatte die Stadt London das Denkmal im Vorfeld sicherheitshalber verkleiden lassen.

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„Ja, er hat Meinungen geäußert, die für uns heute nicht akzeptabel sind“, so Johnson über seinen berühmten Amtsvorgänger Churchill, „aber er war ein Held und hat diese Statue verdient“.

Sie erinnere schließlich an die Rettung Englands und ganz Europas vor Faschismus und rassistischer Tyrannei (im 2. Weltkrieg), teilte Johnson via „Twitter“ mit.

In jedem Fall scheint es, als stünden dem Vereinigten Königreich weitere kontroverse Wochen bevor. Hoffentlich gewaltfrei.

sh

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