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Neue Gefahrenanalyse veröffentlicht

Dänischer Nachrichtendienst: Russland langfristig „sehr ernste Bedrohung für NATO“

Eine neue Gefahrenanalyse des dänischen Verteidigungsnachrichtendienstes kommt zu dem Urteil, dass es angebracht ist, in Russland noch über einen langen Zeitraum eine sicherheitspolitische Bedrohung zu sehen – und entsprechend zu handeln.

F16 Kampjets für Ukraine
Laut der neuen Analyse dürften sich solche Provokationen häufen: Russischer Militärflieger wird aus dänischem Luftraum „geleitet“. (Foto: Die dänischen Streitkräfte)

Nachrichtendienst-Sprecherin Anja Dalgaard-Nielsen dazu: „Russland hat in der Ukraine in der jetzigen Situation alle Hände voll zu tun, aber gleichzeitig will es aufrüsten. Wir glauben auch, dass es in der Lage sein wird, neue Militäreinheiten aufzustellen.“

Dies mache Russland laut Einschätzung des Dienstes langfristig zu einer „sehr ernsten Bedrohung für die NATO“. Durch die angespannten Beziehungen Russlands zum Westen sei automatisch auch die Sicherheit Dänemarks „stark beeinträchtigt“.

Allerdings geht die Bedrohungsanalyse – zumindest für Dänemark – nicht von einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland aus. Auch ein Krieg mit der NATO sei wahrscheinlich nicht im Sinne Moskaus.

Schreckt Russland vor einer direkten militärischen Konfrontation mit der NATO zurück?

Stattdessen rechnet man in Dänemark mit einer verstärkten Anwendung hybrider Instrumente. „Das könnte bedrohliche Rhetorik sein. Es könnte sich auch um bedrohliches Verhalten russischer Einheiten handeln, indem sie nahe an dänische Militärs heranfliegen oder -fahren“, schätzt Dalgaard-Nielsen.

Auch das Thema Spionage ist nach Einschätzung der Sicherheitsdienste ein ernstes: „Russland spioniert kritische Infrastrukturen aus und bereitet sich wahrscheinlich darauf vor, im Falle eines Konflikts Sabotageakte auf dänischem Territorium durchzuführen“, heißt es in dem Bericht.

Von sich aus werde Russland aber wohl nicht die Schwelle überschreiten, die eine Eskalationsspirale mit der NATO quasi automatisch auslöst. „Wir glauben, dass Russland sehr vorsichtig sein wird, um nichts zu tun, was den Beistandseid in Artikel 5 der NATO auslösen könnte“, sagt Dalgaard-Nielsen.

“Wir müssen die Situation insgesamt in den Griff bekommen“

Diese gewisse Vorsicht spiegele sich in der recht verhaltenen Reaktion Russlands auf die Aufnahme Finnlands in die NATO wider, lautet ihr Rückschluss. In der Tat hatte Russland im Vorfeld des Beitritts mächtig gegen Finnland gepoltert und gedroht.

Passiert ist danach aber so gut wie nichts, abgesehen natürlich von den jüngsten Provokationen Moskaus beim Thema Migration. Auch im Bereich Cybersicherheit ist Dänemark nach Ansicht der Analysen gefordert, am Puls der Zeit zu bleiben.

„Wir müssen die Situation insgesamt in den Griff bekommen“, zitiert DR.dk die nachrichtendienstliche Sprecherin. Zu rechnen sei zudem mit einerseits unberechenbaren und andererseits bedrohlichen Militäraktivitäten Russlands in der Ostsee. Das Spannungsniveau werde sich insgesamt erhöhen.

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