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„Russland nutzt Schutzsuchende schamlos aus“

Wegen Migrationskrise: Finnland bereit, alle Grenzposten zu Russland zu schließen

Regierungschef Petteri Orpo erklärte am Sonntag, Finnland sei wegen anhaltender Probleme mit illegaler Migration bereit, alle seine Grenzposten zu Russland bis auf weiteres dichtzumachen.

Grenzzaun Finnland Russland
Illegale Migration: An der Grenze zu Russland spielten sich zuletzt immer häufiger unschöne Szenen ab. Finnlands Regierungschef kritisiert den Kreml scharf. (Foto: depositphotos.com)

Denn immer wieder tauchen Berichte auf, wonach russische Grenzbehörden Asylsuchende aus Drittländern ohne ordnungsgemäße Papiere nicht nur bis zur finnischen Grenze durchlassen, sondern sie regelrecht dorthin eskortieren bzw. lotsen – teils mit Fahrrädern.

In einem Interview verwies Orpo auf die abgelegene Grenzstation Raja-Jooseppi im arktischen Norden Finnlands, an der allein am Samstag Dutzende solcher Migranten angekommen seien. In der Folge wurde auch dieser Kontrollpunkt – der letzte noch offene – am Sonntag geschlossen. Zunächst vorläufig.

Rache Russlands für den Nato-Beitritt Finnlands

Finnlands rund 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland ist in den letzten Monaten immer häufiger Handlungsort solcher Ereignisse geworden, die man in Helsinki klar als Rache / Revanche Russlands für den eigenen Nato-Beitritt interpretiert – und als Teil einer Destabilisierungs-Strategie Moskaus.

Sollte nun auch der letzte Grenzposten dauerhaft geschlossen werden, bliebe Asylbewerbern nur noch in den Häfen oder am Flughafen Helsinki die Chance, Schutz zu beantragen. Die Menschen zurück nach Russland zu schicken, ist aus der Perspektive Orpos so gut wie keine Option mehr.

„Die Menschen werden aus Russland an die Grenze gedrängt und auch bei einer Zurückweisung genötigt, dort zu bleiben“, zitiert Yle.fi den Regierungschef. „Russland nutzt Schutzsuchende aus Drittländern schamlos aus“, so sein Urteil. Die Lage ist angespannt, das steht mal fest.

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