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„Welt unberechenbar geworden“

Dänemark: Gesundheitsbehörde bestellt aus Sorge vor nuklearer Bedrohung 2 Mio. Jodtabletten

Die dänische Gesundheitsbehörde zeigt sich angesichts des Kriegs in der Ukraine und möglicher Konsequenzen für Zentraleuropa tief besorgt. Zum Schutz vor einem Atomunfall hat die Amtsleitung nun den Kauf von 2 Millionen Jodtabletten in Auftrag gegeben.

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Das Atomkraftwerk Tschernobyl war schon vor dem Ukraine-Krieg die Mutter aller Atom-Sorgen in Europa. Am 26. April 1986 flog hier Reaktor-Block 4 in die Luft. (Foto: Tim Porter / CC BY-SA 4.0)

„Die Entwicklung von COVID-19 hat uns in den letzten zwei Jahren gezeigt, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. Nun zeigt uns der Krieg in der Ukraine, dass die Welt vollends unberechenbar geworden ist“, begründet die Behörde die Bestellung in einer Pressemitteilung.

Jod wird eingesetzt, um den menschlichen Körper im Falle einer radioaktiven Exposition vor gravierenden Folgeerkrankungen wie etwa Schilddrüsenkrebs zu schützen. Konkretes Risiko bestehe für Dänemark aktuell allerdings nicht, ließ das Gesundheitsministerium wissen.

Atomkraftwerke als Ziel taktischer Angriffe? Das Undenkbare ist denkbar geworden

Atomkraftwerke, auch sonst nicht der Inbegriff für Sicherheit, rücken im Zuge des Kriegs in der Ukraine leider aus völlig neuen Gründen in den Fokus der Öffentlichkeit – und zwar, weil sie auch als mögliche Ziele taktischer Angriffe in Betracht kommen. Ein Wahnsinn ist das.

Dänemark selbst produziert zwar keinen Atomstrom, aber es gibt entsprechende Anlagen in der Nachbarschaft: in Deutschland und in Schweden. Das nächstgelegene AKW in der Ukraine ist zudem weniger als 1000 Kilometer entfernt. Und Feuergefechte im Umfeld einiger Reaktoren hat es ja bereits gegeben.

Laut der Gesundheitsbehörde reicht ein Vorrat von 2 Millionen Jodtabletten im Ernstfall aus, um einen Großteil der Risikogruppen in Dänemark zu versorgen. Darunter Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie schwangere und stillende Frauen – oder auch Notfallpersonal bis 40 Jahre.

Bei Menschen über 40 Jahren hätte die Einnahme von Jodtabletten hingegen keinen schützenden Effekt, schreibt Reuters. Erwartet werden die ersten Lieferungen nach Dänemark in etwa zwei bis drei Monaten.

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