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Einführung rauchfreier Arbeitszeit in Dänemark

Kopenhagener Vorstadt verbietet seinen Mitarbeitern das Rauchen

Die Kopenhagener Vorstadt Ishøj hat seinen Angestellten das Rauchen während der Arbeitszeit untersagt, selbst in unbezahlten Pausen ist es nicht gestattet, zu rauchen. Die Mitarbeiter dürfen auch dann nicht zur Zigarette greifen, wenn sie in Zivilkleidung und außerhalb des verwaltungseigenen Geländes unterwegs sind.

Rauchfreie Arbeitszeit Dänemark
Zum 1. August wurde in vier Gemeinden in Dänemark „rauchfreie Arbeitszeit“ eingeführt. (Symbolbild Myriam Zilles)
Wie die Website des Fernsehsenders TV2 berichtet, ist das Verbot seit dem 1. August in Kraft. Jedem Angestellten der Stadt, der beim Rauchen während der Arbeitszeit erwischt wird, drohen „arbeitsrechtliche Konsequenzen“.

„Wir wollen eine rauchfreie Kommune sein.“, sagte der Ishøjs Bürgermeister, Ole Bjørstorp (Sozialdemokraten), gegenüber TV2, „Als wir darüber beschieden, waren wir uns schnell einig, dass wir rigoros und ohne Ausnahme handeln mussten. Es war eine klare Entscheidung. Die Gemeinde Ishøj muss rauchfrei sein, und dies gilt für den gesamten Arbeitstag, von morgens bis nachmittags.“

Thomas Enghausen, Vizepräsident der Gewerkschaft FOA, hält wenig von der Haltung der Kommune. „Der Arbeitgeber kann nicht darüber bestimmen, ob seine Mitarbeiter ins Netz gehen, mit dem Fahrrad fahren oder sich in Ruhe eine Zigarette gönnen.“, sagt Enghausen nach Angaben von TV2.

Gegenüber dem Nachrichtenportal The Local Denmark gab Enghausen an, dass die Gewerkschaft gegen jeden Fall juristisch vorgehen werde, sollte die Kommune tatsächlich einen Angestellten dafür bestrafen, dass er oder sie in einer unbezahlten Pause rauche.

„Das geht zu weit. Der Bürgermeister kann nicht darüber bestimmen, was seine Angestellten während ihrer unbezahlten Pause machen.“, sagte der Gewerkschafter gegenüber The Local. „Es handelt sich um Freizeit. Man hat 30 Minuten Freizeit während eines Arbeitstages.“

Enghausen sagte, dass etwa 200 Gewerkschaftsmitglieder, die Angestellte der Stadt Ishøj sind, davon betroffen sein könnten. Diese hätten unbezahlte Pausen; es handelt sich dabei um Reinigungspersonal, Hausmeister und andere technische Angestellte. Die Stadt könne diesen Leuten das Rauchverbot nicht aufdrücken, so Enghausen.

Henrik Wolsing Jensen, Hausmeister einer Schule in Ishøj und Gewerkschaftsvertreter, sagte gegenüber TV2, dass er gegen das Verbot vorgehen werde.

„Wenn die Stadt sich dafür interessiert, was ich während meiner Mittagspause tue, dann soll sie sie mir bezahlen. Solange ich die Pause selbst bezahle, handelt es sich um meine private Zeit.“

Neben Ishøj gibt es drei weitere Gemeinden – Nordfyn, Mariagerfjord und Viborg -, die zum 1. August rauchfreie Arbeitszeiten einführten. Allerdings geht keine davon soweit und greift in die Freizeit ihrer Angestellten ein.

In Nordfyn und Mariagerfjord zum Beispiel kann es Mitarbeitern, die ihre Mittagspause selbst bezahlen, gestattet sein, während der Pause, wenn sie Zivilkleidung anziehen und den gemeindeeigenen Grund verlassen, zu rauchen.

ap

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