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Dänemark stellt 2020 den Ministerratspräsidenten des Nordischen Rates

Färöer übernehmen aktive Rolle im Nordischen Ministerrat

Im Jahr 2020 wird Dänemark, zusammen mit den zwei weiteren Konstituenten des Königreichs, Grönland und den Färöern, das Präsidium des Nordischen Ministerrates stellen. Das Besondere dabei ist, dass die Färöer diesmal den größten Einfluss auf die Agenda des dänischen Präsidenten haben werden, denn je.

Färöischer Ministerpräsident Bárður Nielsen und Stefan Löfven
Der färöische Ministerpräsident Bárður Nielsen (l.) und der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven trafen sich vergangene Woche während der Sitzung des Nordischen Rates in Stockholm. (Foto: The Nordic Council)
In einer Stellungnahme am vergangenen Freitag kündigte die färöische Regierung an, dass sie eine aktive Rolle im Nordischen Ministerrat spielen werde. Zu den Aufgaben der Färöer wird, unter anderem, die Leitung eines Energieprojekts gehören, das die Versorgung von Inseln und abgelegenen Gebieten mit sauberer Energie zum Gegenstand hat. Die Färöische Umweltagentur wird das Projekt leiten.

Dazu äußerte sich der Ministerpräsident der Färöer, Bárður á Steig Nielsen, wie folgt: „In den Jahren 2005 und 2010 waren die Färöer für Teile der Agenda des dänischen Ratsvorsitzes verantwortlich. Wir halten es für eine natürliche Entwicklung, dass wir jetzt eine noch größere Rolle einnehmen und auch in den Bereichen Fischerei, Landwirtschaft und Ernährung die politische Führung übernehmen werden. Dies zeigt, dass wir bereit und in der Lage sind, gleichberechtigt mit unseren nordischen Nachbarn an der Zusammenarbeit teilzunehmen.“

Auf der Jahrestagung des Nordischen Rates stellten die dänische Ministerpräsidentin, Mette Frederiksen, zusammen mit den färöischen und grönländischen Ministern für Zusammenarbeit, Kaj Leo Holm Johannesen und Vittus Qujaukitsoq, den Themenkatalog für den dänischen Ratsvorsitz im Jahr 2020 vor.

„Die Präsidentschaft ist eine gute Gelegenheit für die Färöer, eine aktive Rolle zu übernehmen und ein großartiges nordisches Projekt zu leiten. Wir freuen uns, unsere Partner auf den Färöern begrüßen zu dürfen, um an nachhaltigen Energielösungen für Inselgemeinden und andere abgelegene Gebiete zu arbeiten.“, erklärte der färöische Vertreter, Kaj Leo Johannesen.

Wie die Website des Nordischen Rates vergangene Woche vermeldete, werde die neue Präsidentschaft versuchen, den sozialen Zusammenhalt und die Zusammenarbeit zu festigen und das Potenzial der nordischen Region voll auszuschöpfen. Die drei strategischen Prioritäten des Ministerrates sollen sein: eine grüne, wettbewerbsfähige und sozial nachhaltige nordische Region. Die nordischen Länder haben die Absicht, gemeinsam zur Erreichung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung beizutragen.

Das übergeordnete Motto der dänischen Präsidentschaft lautet „Gemeinsam Lösungen für die Zukunft“. Drei große Projekte sollen innerhalb von drei Jahren beginnen.

Die Präsidentschaft 2020 ist die erste, die auf der neuen Vision aufbaut, die die Staats- und Regierungschefs der nordischen Länder im August 2019 verabschiedet haben. Die offiziell verabschiedete Vision hält die Mitgliedsstaaten dazu an, die nordischen Länder bis 2030 zur nachhaltigsten und ganzheitlichsten Region der Welt zu machen.

Über den Nordischen Rat

Der Nordische Rat ist ein 1952 gegründetes Forum der nordischen Länder. Die Parlamente der Staaten so wie der autonomen Gebiete entsenden 87 Delegierte in den Rat, die dort die Interessen ihrer Nation wahrnehmen. Die Abgeordneten werden jährlich neu gewählt. Gründungsmitglieder waren seinerzeit Dänemark, Island, Norwegen und Schweden. Finnland trat dem Rat 1955 bei.

Seit 1971 gibt es den den Nordischen Ministerrat, der die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer auf Regierungsebene unterstützt. Die Präsidentschaft im Ministerrat wechselt jährlich.

Seit 2007 haben die Assoziierten Mitglieder Åland, Grönland und die Färöer die Möglichkeit einer weitgehend gleichberechtigten Mitgliedschaft im Nordischen Rat. Diese Möglichkeit werden die Färöer in Zukunft stärker ausschöpfen als bisher.

Dem Nordischen Rat gehören außerdem Länder mit Beobachterstatus an. Dazu zählen Estland, Lettland und Litauen. Seit 2016 ist auch Schleswig-Holstein als Beobachter im Nordischen Rat vertreten.

ap

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