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„Die Erde wackelte, das Haus wackelte, meine Beine wackelten“

Dänemark: Erdbebenartige Erschütterungen auf Insel Bornholm registriert – über mehrere Stunden

So richtig klar ist den Sicherheitsbehörden noch nicht, was da an diesem Samstagnachmittag auf der dänischen Insel Bornholm geschehen ist. Gemeldet wurden von Bewohnern erdbebenartige Erschütterungen über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden.

Hasle auf Bornholm
An der Westküste von Bornholm bei der Hafenstadt Hasle: Ob auch hier die Erde an diesem Samstag gebebt hat, ist nicht bekannt. Alle bis dato registrierten Berichte kamen aus dem Osten der Insel. (Foto: depositphotos.com)

„Wir erhalten derzeit mehrere Berichte über Erdbeben in Ost-Bornholm. Wir untersuchen die Angelegenheit in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und werden informieren, sobald wir weitere Informationen haben“, hieß es gegen 15:50 Uhr auf dem Twitter-Account der Inselpolizei.

Nach ersten Angaben des geologischen Instituts GEUS könnte ein Erdbeben in Nordpolen der Grund für die teils heftigen Wackler gewesen sein. Hier wurde am Samstag tatsächlich ein Erdbeben gemessen, allerdings nur der Stärke 2,3. Daher gilt als fraglich, ob dies allein ausreicht als Erklärung.

„Es könnte auch etwas anderes sein. Wir haben gehört, dass die Menschen etwas über einen längeren Zeitraum gespürt haben, aber im Moment wissen wir nicht, was es ist“, teilte Trine Dahl-Jensen, Professorin für Klima und Geophysik am Niels Bohr-Institut der Uni Kopenhagen, mit.

Inoffizielle Quellen berichten, dass die Ortschaft Snogebæk an der Südostküste von Bornholm so etwas wie das Epizentrum der Erschütterungen gewesen sein könnte. Von hier sollen jedenfalls bei den Behörden die meisten Meldungen eingegangen sein.

Zeugin: “Die Beben kamen immer wieder, und sie waren ziemlich stark“

Wie beunruhigend die Vorfälle von vielen Menschen auf Bornholm wahrgenommen wurden, verdeutlichen Interviews, die der Dänische Rundfunk DR.dk im Laufe des Samstags mit Zeugen geführt hat.

Insel Bornholm Landkarte
Insel Bornholm: Weit, weit im Osten Dänemarks. (Eigene Darstellung / Wikipedia)

Eine der Interviewten ist Stine Jakobsen, in deren Haus in der Gemeinde Nexø die Erschütterungen sogar zu Rissen in der Wand führten. „Ich habe gespürt, dass es ein paar Beben gibt. Zuerst dachte ich, dass es wahrscheinlich nicht so schlimm ist“, schilderte sie.

Doch nach dem Schaden in ihrer Hauswand hätte sie umgehend die Inselpolizei angerufen, um zu erfragen, was auf der Insel los sei. „Die Beben kamen immer wieder, und sie waren ziemlich stark. Der Boden wackelte, das Haus wackelte, meine Beine wackelten“, wird Stine Jakobsen zitiert.

Bornholm hat eine Fläche von fast 600 Quadratkilometern und ist die bei Weitem östlichste Insel Dänemarks. Sie liegt etwa 150 Kilometer von der polnischen Nordküste entfernt in der offenen Ostsee. Ob die Nähe zu Polen doch der Grund für die Beben war, müssen die laufenden Ermittlungen zeigen.

UPDATE: Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse des Instituts GEUS, wonach das Erdbeben in Polen als Ursache ausgeschlossen werden kann. Stattdessen scheinen es Schallwellen von einer Explosion oder Sprengung gewesen zu sein, die Bornholm am Samstag erschütterten.

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Bernd
Bernd
14. Mai 2023 9:22

Bornholm ist immer wieder ein Erlebnis 🤗