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Regierung muss Fehler eingestehen

Dänemark: Anordnung zur landesweiten Keulung von Nerzen war unrechtmäßig

Meldungen über eine spezielle Corona-Mutation haben in der vergangenen Woche die dänische Öffentlichkeit unter Stress gesetzt.

Nerz Corona Mutation
Qualvoll: Nerze im Käfig. (Foto: Dzīvnieku brīvība, CC BY 2.0)
Der Verdacht: Eine sich aus den Nerzfarmen im Norden des Landes auf den Menschen übertragende Virusvariante könnte die Wirksamkeit zukünftiger Corona-Impfstoffe zunichtemachen. Ein potenzielles Desaster sondergleichen – und das nicht nur für Dänemark.

Um die sich zuspitzende Situation in der Region Nordjütland schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen, stieß die dänische Regierung um Premierministerin Mette Frederiksen kurzerhand die Tötung aller Nerze im Land an. Etwa 17 Millionen an der Zahl. Ausführung: sofort.

Also begann in Dänemark umgehend die massenhafte Keulung der primär für die Pelzindustrie gezüchteten Tiere.

Laut einem Bericht des Guardian fielen der ersten Tötungswelle landesweit etwa 2,5 Millionen Nerze zum Opfer. Doch parallel regte sich heftiger Widerstand in der Opposition, flankiert durch Rücktrittsforderungen an Landwirtschaftsminister Mogens Jensen.

Der Vorwurf: Die Verordnung zum Keulen der Tiere wäre lediglich für betroffene Regionen rechtmäßig gewesen – nicht jedoch landesweit.

Nach rechtlicher Prüfung bestätigte sich diese Sichtweise schließlich, weshalb die Regierung zu Beginn dieser Woche zugeben musste, verfrüht und fehlerhaft gehandelt zu haben.

„Wir wurden über die Unrechtmäßigkeit der landesweiten Keulung erst am Wochenende informiert“, teilte Regierungschefin Frederiksen am Dienstag im Rahmen einer parlamentarischen Befragung mit.

Und warb sogleich um Verständnis. Priorität sei es, so Frederiksen, „Dänemark so gut wie nur möglich durch die Pandemie zu führen.“

Auch der besonders unter Beschuss stehende Landwirtschaftsminister meldete sich in der Angelegenheit zu Wort: „Wir haben falsch gehandelt. Es gab keinen rechtlichen Grund, auch Betriebe außerhalb der betroffenen Regionen zur Keulung ihrer Nerze aufzufordern.“

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Inzwischen gehen die Keulungen wie geplant weiter, jedoch nur noch in den vom Infektionsgeschehen betroffenen Zonen. Das bestätigte ein Sprecher des dänischen Lebensmittel- und Umweltministeriums.

Dennoch ist davon auszugehen, dass die Angelegenheit damit nicht aus der Welt ist. Möglicherweise ein Fall für das politische Aufräumen nach Corona, möglicherweise aber auch einer für sofort.

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sh

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