Brief von Carl von Linné für Rekordpreis versteigert

Das ist der teuerste schwedische Brief aller Zeiten

Brief Carl von Linné
Handgeschriebener Brief Carl von Linnés an C. G. Ludwig, 1737. (Foto: Stockholms Auktionsverk)
Es war ein Montagabend in Stockholm, als die Geschichte der Botanik ihren Preis bekam. Bei der internationalen Auktion „The Rare Books, Maps & Manuscripts Sale“ von Stockholms Auktionsverk wechselte ein Brief Carl von Linnés vom 22. Januar 1737 für 1,875 Millionen Kronen (ca. 173.000 Euro) den Besitzer – der höchste Preis, der in Schweden je für einen schwedischen Brief erzielt wurde.

Der Mann, der die Natur ordnete

Carl von Linné (1707–1778) gilt als einer der einflussreichsten Naturwissenschaftler der Geschichte. Mit seinem System zur Benennung und Klassifikation von Pflanzen begründete er die moderne Botanik – seine Methoden werden bis heute weltweit angewendet.

Der Brief, der nun für eine knappe zwei Million Kronen den Besitzer wechselte, entstand in Amsterdam, in einer Phase, in der Linné sein Klassifikationssystem entwickelte, das ihn weltberühmt machen sollte. Adressat war der deutsche Arzt und Botaniker Christian Gottlieb Ludwig – ein Forscherkollege, mit dem Linné die Ideen erörterte, die die Wissenschaft dauerhaft verändern würden.

Fast 250 Jahre nach seinem Tod noch immer gefragt

Die Nachfrage nach Linnés Handschriften ist ungebrochen. Insgesamt wurden an diesem Abend acht Linné-Briefe versteigert und erzielten zusammen mehr als sechs Millionen Kronen (ca. 554.000 Euro) – ein Ergebnis, das die aktuelle Ausgabe der „Rare Books, Maps & Manuscripts Sale“ zur umsatzstärksten Buchauktion in der Geschichte von Stockholms Auktionsverk machte.

„Dieses außergewöhnliche Ergebnis zeigt, welche enorme Anziehungskraft Linné fast 250 Jahre nach seinem Tod noch immer besitzt“, sagte Katharina Fahlstedt, Chefkuratorin für Bücher, Karten und Handschriften bei Stockholms Auktionsverk.

„Die Briefe geben einen einzigartigen Einblick, wie einige seiner bahnbrechenden Ideen im Austausch mit Forscherkollegen aus ganz Europa entstanden. Wir sind sehr stolz auf diesen Rekord, der die internationale Bedeutung des schwedischen Wissenschaftserbes so deutlich unterstreicht.“

Ein Abend voller Raritäten

Dala'il al-Khayrat arabische Handschrift
Dala’il al-Khayrat, eine arabische Handschrift aus dem Jahr 1210 der islamischen Zeitrechnung (1795/96). (Foto: Stockholms Auktionsverk)
Linné dominierte den Abend, doch er hatte Konkurrenz. Die kunstvoll illuminierte arabische Handschrift „Dala’il al-Khayrat“ von 1795/96 – ein Gebetbuch mit aufwendigen Illustrationen – erzielte 1,175 Millionen Kronen (ca. 109.000 Euro) und war damit das teuerste ausländische Werk der Auktion.

Die handkolorierte Originalausgabe von „Svenska foglar“ der Brüder von Wright wechselte für 312.500 Kronen (ca. 29.000 Euro) den Besitzer, drei Briefe Albert Einsteins kamen zusammen auf knapp eine Million Kronen (ca. 92.000 Euro).

Svenska foglar Auktion
Svenska foglar (Schwedische Vögel), seltene Erstausgabe der Brüder von Wright, 1828–1839, mit 180 handkolorierten lithografischen Tafeln. (Foto: Stockholms Auktionsverk)
Einen besonders wirkungsvollen Abschluss fand die Geschichte des Originalmanuskripts von Frans G. Bengtssons Wikingerroman „Röde Orm“ (dt. Die Abenteuer des Röde Orm) – ein Fund, der in der SVT-Sendung Antikrundan (vergleichbar mit „Bares für Rares“) in einer Ausgabe aus Botkyrka zu Beginn des Jahres vorgestellt worden war und nun für 275.000 Kronen (ca. 25.000 Euro) versteigert wurde.

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