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In nur 3 Monaten

Satelliten-Suchprojekt: 13.000 archäologische Stätten in England entdeckt

Grabhügel aus der Bronzezeit, römische Straßen und verlassene mittelalterliche Dörfer gehören zu den fast 13.000 bislang unbekannten Stätten und Monumenten, die in England in den letzten drei Monaten mithilfe von Satellitenbildern entdeckt worden sind.

Peak District Archäologie
Der Peak District im Derbyshire war einer der drei Gebiete, die von Deep Time-Freiwilligen unter die Lupe genommen wurden. (Foto: Zhi Xuan Hew)
Verantwortlich für das gigantische Suchergebnis ist ein Projekt namens Deep Time, an dem über 1.000 ehrenamtliche Archäologie-Liebhaber teilgenommen haben. Ihr Auftrag: hochauflösende Satelliten- und Lidar-Bilder durchforsten nach möglichen Schätzen aus der Vergangenheit.

Zugrunde lagen bei der von den Initiatoren als „bürgerwissenschaftliches Projekt“ bezeichneten Suche Erdbeobachtungsdaten über lediglich 500 Quadratkilometer. Das zeigt, welch gigantisches Potenzial die minutiöse Auswertung solcher Datenbasen für ganz England hat.

Die Teilnehmer suchten in drei verschiedenen Landschaften nach archäologisch relevanten Merkmalen: in einem Gebiet des Peak District, das sich über Derbyshire, West Yorkshire und South Yorkshire erstreckt, dazu in Wallington in Northumberland und Purbeck sowie Studland in Dorset.

Bei den Auswertungen konnten unter anderem 262 vermutlich bronzezeitliche Grabhügel und drei römische Straßen identifiziert werden. Wo genau dann in Zukunft ausgegraben wird, muss noch entschieden werden. Die Auswahl ist riesig.

“12.802 antike Stätten und Monumente, die zuvor völlig unbekannt waren“

Archäologie LiDAR
1000 Bürgerwissenschaftler haben 500 km2 Satelliten- und LiDAR-Bilder durchsucht und fast 13.000 archäologische Stätten gefunden. (Quelle: DigVentures)
Das Projekt ist eine Partnerschaft zwischen dem Archäologie-Unternehmen DigVentures und dem National Trust, der große Teile der untersuchten Landschaften besitzt und verwaltet. Maiya Pina-Dacier, leitende Archäologin bei DigVentures, zu dem großartigen Projekt:

„Wir haben jetzt die vorläufigen Ergebnisse erhalten, und sie sind wirklich beeindruckend. Unsere Bürgerwissenschaftler haben exakt 12.802 antike Stätten und Denkmäler identifiziert, die zuvor völlig unbekannt waren.“

Pina-Dacier fuhr fort: „Das ist besonders aufregend, weil all dies innerhalb von nur drei Monaten erreicht wurde. Bei der Suche wurden auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene Personen einbezogen, von denen viele noch nie zuvor Archäologie betrieben hatten.“

“Die prähistorische Landschaft kommt unter dem modernen Feldsystem zum Vorschein“

Dr. Brendon Wilkins, Gründer und Geschäftsführer von DigVentures, sagte: „Dank unserer freiwilligen Helfer waren wir in der Lage, viel größere Gebiete viel detaillierter und schneller zu kartieren, als es professionelle Archäologen allein hätten tun können.“

Und weiter: „Es ist die prähistorische Landschaft, die unter dem modernen Feldsystem zum Vorschein kommt. Wir können jetzt mit vielen der Teilnehmer, die uns bei der Suche nach diesen Stätten geholfen haben, ins Feld gehen, die Orte überprüfen und möglicherweise ausgraben.“

Um illegale Ausgrabungen zu verhindern, haben die Archäologen die Standorte der Entdeckungen nicht bekanntgegeben. Eile beim Finden war auch deshalb geboten, weil die Experten durch den Klimawandel schon in den nächsten drei Jahrzehnten mit dem Verlust vieler Stätten rechnen.

Dr. Martin Papworth, als Archäologe beim National Trust für den Südwesten Englands zuständig, sieht gerade Verborgenes in Küstennähe als gefährdet an: (LINK) „Bei diesem Projekt ging es darum, bisher unentdeckte Stätten aufzuspüren, bevor sie verloren gehen.“

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