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Vor Jahren „verfallen und zugemüllt“

Wales: Herrschaftlicher Burgpark Bailey Hill aus dem 12. Jh. aufwendig restauriert

Ein herrschaftlicher Burgpark, der im 12. Jahrhundert so etwas wie der Lebensmittelpunkt der nordwalisischen Marktstadt Mold gewesen sein dürfte, ist mithilfe öffentlicher Mittel restauriert worden – und erstrahlt seit diesem April in neuer Pracht.

Bailey Hill Restaurierung
Künstlerische Darstellung, wie das Gelände am Bailey Hill einst ausgesehen haben könnte. (Darstellung: Flintshire council)

Rund 1,8 Millionen Pfund wurden laut BBC in die Hand genommen, um der Grünanlage am „Bailey Hill“ neues Leben einzuhauchen. Sie war einst Teil einer normannischen Burg, die heute fast komplett verfallen ist.

Die Wehranlage ist ursprünglich um 1140 von einem normannischen Markgrafen namens Robert de Montalt auf dem höchsten Punkt der Stadt – dem Bailey Hill – errichtet worden. In der Folge wechselte das Anwesen mehrmals den Besitzer.

Bailey Hill Mold
Luftaufnahme des historischen Kerns in Mold. (Foto: Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales)

Mal waren es walisische Fürsten, mal Normannen, die hier das Sagen hatten. Der letzte Vertreter aus dem Ahnenkreis der Montalt verstarb im Jahr 1329. Mold, wie die Stadt heute heißt, wurde später direkt aus dem Familiennamen der Burgerbauer abgewandelt.

Sprung in die Gegenwart: In den letzten Jahren soll der Grünbereich rund um die ehemalige Burg zusehends verwildert und zugemüllt worden sein, weshalb heute auch Experten für Städtebau und Standortgestaltung das Projekt als spannend ansehen dürften.

Bailey Hill Mold Karte
Kartografische Darstellung des Areals und der geplanten Infrastruktur – u.a. der historische Veranstaltungsbereich. (Darstellung: Mold Town Council)

Konkret läutete die Wende zum Guten eine Gruppe von Freiwilligen ein, die vor Jahren begann, den völlig brachliegenden Park regelmäßig zu säubern und zu pflegen. Der erste Schritt hin zu mehr öffentlicher Anteilnahme war getan.

Schließlich erhielt das Kulturprojekt „Bailey Hill“ die für die Restaurierung benötigten Mittel aus dem Topf einer Nationalen Lotterie. Mit dem Geld wurde neben der neuen Parkinfrastruktur auch ein Informationszentrum geschaffen, flankiert durch einen Veranstaltungsort in historischer Umgebung.

Steinkreis „Gorsedd Circle“ am Bailey Hill, Teil des Burgparks. (Foto: David Dixon / CC BY-SA 2.0)

Eine Sprecherin der Stadt über den Wandel: „Ich spreche täglich mit Leuten, die sagen, seit Jahrzehnten in Mold zu leben und noch nie am Bailey Hill gewesen zu sein. Ab jetzt ändert sich das, die Leute kommen und nutzen dieses wunderbare Kleinod im Zentrum ihrer Stadt.“

Am ersten Aprilwochenende ist der renovierte Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Da bei der Restaurierung auch archäologische Funde gemacht wurden, unter anderem menschliche Überreste und Pfeilspitzen, soll nun rund um den Bailey Hill weiter intensiv geforscht werden.

„Wir möchten noch mehr über die Burg und ihre Bedeutung herausfinden“, teilte ein an dem Projekt beteiligter Historiker mit. Man sei sich sicher, dass an Ort und Stelle „noch deutlich mehr unter der Oberfläche“ darauf wartet, endlich geborgen zu werden.

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