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Betreiber steht in der Kritik

Schweden: Spa-Hotel in Haparanda wird zur Flüchtlingsunterkunft

Russlands Krieg in der Ukraine vertreibt die Menschen in alle Himmelsrichtungen, viele von ihnen landen auch in Schweden. Daher benötigt die schwedische Migrationsbehörde mehr Flüchtlingsunterkünfte. Nun hat das Cape East Spa-Hotel in Haparanda Räume zur Verfüfung gestellt, berichtet Sveriges Television (SVT) auf seiner Website.

Spa Hotel Haparanda
Im Spa-Hotel Cape East in Haparanda. (Foto: capeeast.se)
Seit dem Ausbruch des Krieges sind fast 600 Ukrainer*innen nach Norrbotten gekommen. Bislang konnte die Migrationsbehörde alle in ihren bestehenden Unterkünften unterbringen.

Jetzt sagt die Behörde, dass sie zusätzliche Plätze braucht, um die Menschen, die nach Schweden kommen, aufnehmen zu können. Deshalb werden jetzt 228 Plätze im Cape East Hotel in Haparanda eröffnet.

„Es ist schrecklich, was da passiert. 4,2 Millionen Menschen sind bereits auf der Flucht aus der Ukraine“, sagt Tobias Lindfors, Geschäftsführer und Haupteigentümer der Pite Havsbad Group zu der das Hotel gehört.

Etwa 100 Personen kamen bereits am Donnerstag an. Wie viele Flüchtlinge noch kommen werden und wann, ist derzeit unklar.

Kritik am Betreiber

Die Pite Havsbad Group, Betreiber mehrerer Hotels, steht laut dem SVT-Bericht in der Kritik. Deren Einrichtungen versagten bei der letzten Fluchtbewegung aus Sysrien aus dem Jahr 2015.

Nach den Recherchen von SVT gab es eine Reihe von Fehlern und Fragen in Bezug auf den Betrieb der damaligen Flüchtlingsunkterkünfte – damals hatte die Migrationsbehörde mehrere Jahre lang für Hunderte von leeren Plätzen bezahlt.

Während der letzten Massenflucht von Menschen aus Syrien betrieb Pite Havsbad eines der größten Asylunterkunftszentren Schwedens. Ursprünglich sollte es ein „Integrationszentrum“ mit Bildung, Büros, einem Restaurant und Freizeiträumen werden, aber in der Praxis wurde es zu einem normalen Asylheim.

Das Asylheim war auch eines der teuersten von Schweden, berichtet SVT. Außerdem wurden über mehrere Jahre lang Hunderte von ungenutzten Plätzen in Rechnung gestellt. Die Migrationsbehörde hatte ihre Aufsichts- und Kontrollpflicht vernachlässigt.

Die Beamten bestritten ihr Versäumnis zunächst, doch eine interne Prüfung ergab viele Ungereimtheiten und ein Versagen der Behörde, das den Steuerzahler am Ende 34 Mio. Euro kostete, schreibt SVT.

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