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Gleichstellung und Kirche

Schweden hat erstmals mehr Priesterinnen als Priester

Während sich die Themen Gleichstellung und Kirche in Teilen Deutschlands noch immer abstoßen wie zwei gleichpolige Magnete, gibt Schweden in dieser Hinsicht ein gänzlich anderes Bild ab.

Kirche Schweden
Ohs Kyrka, Os, Schweden. (Foto: Jonathan Petersson)
Laut einem Bericht der Washington Post dienen in der schwedischen Kirche seit diesem Jahr erstmals mehr Priesterinnen als Priester. Das belegen Zahlen, die in diesem Monat veröffentlicht wurden.

Die evangelisch-lutherische Kirche in Schweden zählt demnach aktuell 1.533 Priesterinnen und 1.527 Priester. Und auch auf der bischöflichen Ebene finden sich in dem Land gleich mehrere Frauen.

In den Medien und in progressiven Kirchenkreisen werden die jüngst veröffentlichen Zahlen als großer Fortschritt in der Gleichstellung der Geschlechter gefeiert.

„Es ist in gewisser Weise ein Spiegel der Gesellschaft“, wird in dem Bericht der Washington Post eine bereits seit drei Jahrzehnten in Amt und Würden befindliche Priesterin zitiert. „Jetzt“, sagt sie, “ist es genau so, wie es sein sollte.“

Freilich war der Weg dahin auch in Schweden ein langer. Bereits seit 1960 dürfen Frauen in dem Land das Priesteramt erwerben.

Damals war es jedoch ein Schritt, bei dem sich viele Anwärterinnen mit Diskriminierung und öffentlicher Ablehnung konfrontiert sahen. So gibt es Berichte, wonach Priesterinnen der ersten Generation auch in Schweden von ihren Gemeinden schlichtweg nicht akzeptiert wurden.

Aber die Zeiten haben sich von Grund auf geändert, und Schweden genießt in Sachen Gleichstellung inzwischen international hohes Ansehen.

Im vergangenen Jahr beispielsweise belegte Schweden im Index des Europäischen Instituts für geschlechtliche Gleichstellung Platz 1.

Die in dem jährlichen Gleichstellungsindex errungene Punktzahl des Landes lag bei 83,6, während der europäische Durchschnitt bei 67,4 Punkten lag.

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Die schwedische Kirche hat fast 6 Millionen Mitglieder, was annähernd 60 Prozent der Bevölkerung des Landes entspricht.

In Deutschland ist die Situation hingegen zweigeteilt. Während einigen evangelischen Gemeinden bereits seit den 1960er Jahren Priesterinnen vorstehen dürfen, bleibt die ablehnende Haltung der römisch-katholischen Kirche bis auf Weiteres bestehen.

sh

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