Glückwünsche zum „arischen Potential“

U2-Sänger Bono verspottet die Schwedendemokraten

| 14.09.2018 - 12:55 Uhr

Am Sonntag gab U2 ein Konzert in Paris, dies war auch der Tag der Parlamentswahlen in Schweden, wo die rechtspopulistische Partei, Die Schwedendemokraten, die drittstärkste Partei im Land wurde. Dies nahm der Leadsänger der irischen Rockband, Bono, zum Anlass, um die Schwedendemokraten als Nazis zu verspotten.

Bono U2

Bono bei U2-Konzert im Lucas Oil Stadium, Indianapolis, 2017.
(Foto Daniel Hazard, CC BY-SA 4.0)


Bono zeigte, als sein Alter Ego MacPhisto, einer Art clownesker Teufel, verkleidet, den Hitlergruß. Das berichtete vergangenen Montag die Online-Ausgabe der Daily Mail.

Bono beglückwünschte die Schweden zur Entdeckung ihres „arischen Potentials“. Danach verspottete er den Vorsitzenden der Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, dessen Namen er schrie, dabei zeigte er den Hitlergruß.

Den Hochrechnungen zu­fol­ge erhielten die Schwedendemokraten 17,6 Prozent – das offizielle Wahlergebnis soll erst morgen, am Samstag, verkündet werden. Der Erfolg der Rechtspopulisten macht es den etablierten Parteien in Schweden sehr schwer, eine regierungsfähige Koalition zu bilden.

In der Verkleidung als Mr. MacPhisto, sagte Bono: „Ich komme gerade zurück aus Schweden. Ich wusste gar nicht, dass ich die Schweden mag. Groß, blond, blauäugig – langweilig. Aber nun entdecken die Schweden ihr arisches Potential.“

Dann schrie er: „Åkesson! Jimmie Åkesson!“ und vollführte den Hitlergruß. „Ich mag ihn.“, sprach der Teufel weiter, „er hat ein gutes Wahlergebnis erzielt. Ich liebe Wahlen. Ich liebe Luftballons. Ich liebe Parteien, die ausarten.“

Bono zeigt Hitlergruß – Video

Die Schwedendemokraten, die in der schwedischen Neo-Nazi-Szene wurzeln, war die erfolgreichtse Partei unter den männlichen Wählern. Jeder vierte Mann wählte sie, wohingegen nur 14 Prozent der Frauen ihre Stimme der Partei gab (nach VALU Wählerbefragung).

Der Wahlerfolg der Schwedendemokraten verschafft der Partei 62 Sitze im Parlament, damit könnten sie der „Königsmacher“ für einige Parteien in der Regierung sein, wenn diese bereit wären, mit ihnen zu koalieren.

Jimmie Åkesson versucht seit langem, das Neonazi-Image seiner Partei abzustreifen. Seine offiziellen Einladungen an die Moderaten und die Christdemokraten zur Eröffnung von Gesprächen über eine Regierungsbildung wurden allerdings allesamt abgelehnt.

ap

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