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Wachsende Sorge vor Anschlägen

Schwedens Außenminister: „Wir billigen oder dulden keine Koranverbrennungen – aber…“

Im internationalen Streit um das öffentliche Verbrennen und Schänden des Koran in Schweden hat sich an diesem Donnerstag Außenminister Tobias Billström zu Wort gemeldet. „In einigen Ländern gibt es den Eindruck, dass der schwedische Staat hinter solchen Aktionen steht. Das tun wir nicht.“

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Schwedens Außenminister Tobias Billström in heikler diplomatischer Mission. (Quelle: YouTube)

Und weiter: „Unser Staat billigt oder duldet keine Koranverbrennungen, aber sie sind nach den schwedischen Gesetzen zur Meinungsfreiheit erlaubt. Es sind Taten, die von Einzelpersonen begangen werden.“

Außerdem teilte Billström vor Reportern mit, er habe in der heiklen Angelegenheit unter anderem mit den Außenministern von Iran, Irak, Algerien und Libanon sowie mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen Kontakt aufgenommen.

„Und im nächsten Schritt werde ich mit dem Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit sprechen“, sagte Billström weiter. Er wolle in dem Gespräch alle Fragen diskutieren und gleichzeitig betonen, „dass dies ein langfristiges Problem ist, für das es keine schnellen Lösungen gibt“.

Schwedens Sicherheitsbehörden sehen erhöhte Terrorgefahr

Am Mittwoch hatte Schweden Russland und andere staatlich unterstützte Akteure beschuldigt, gezielte Desinformationen zu verbreiten. Dies geschehe mutmaßlich mit dem Ziel, dem Ansehen Schwedens zu schaden und die Bewerbung des Landes um einen NATO-Beitritt zu untergraben.

Ausgelöst hatte den Streit ein nach Schweden geflüchteter Iraker namens Salwan Momika, als er vor gut einer Woche vor einer Moschee in Stockholm Seiten eines Korans verbrannte und das heilige Buch der Muslime anderweitig schändete – pikanterweise genehmigt durch die schwedischen Behörden.

Dies sorgte bei Muslimen weltweit für Empörung, wie unter anderem Reuters berichtet. Beispielsweise wurden bei Protesten in der iranischen Hauptstadt Teheran schwedische Flaggen angezündet.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad kam es sogar zur Teilerstürmung der schwedischen Botschaft. Zudem verwies die Regierung die schwedische Botschafterin des Landes, um auch von offizieller Seite ein unmissverständliches Signal zu senden.

Schwedens Sicherheitsdienste warnten daher diese Woche eindringlich vor möglichen Anschlägen. Die Terrorgefahr durch das „gewaltbereite, islamistische Milieu“ sei erhöht, hatte am Mittwoch die schwedische Sicherheitspolizei „Säpo“ mitgeteilt.

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