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„Regelrecht überflutet“

Island: Ísafjörður will Kreuzfahrttourismus einhegen – mit Passagierlimit und „Hupverbot“

Man muss sich das mal vorstellen. Die Gemeinde Ísafjörður, mit knapp 2.600 Einwohnern sozusagen die Hauptstadt der Westfjorde hoch im Norden Islands, wird allein in diesem Sommer von rund 200 Kreuzfahrtschiffen angesteuert. Von zum Teil richtig dicken Pötten.

Kreuzfahrt Island
Ein Kreuzfahrtschiff in einem isländischen Fjord. (Foto: Bernd Dittrich)
Um das Gästeaufkommen zumindest halbwegs im Rahmen zu halten, hat der Stadtrat nun einen neuen Aktionsplan zur Bewältigung des Ansturms vorgelegt. Gültig sein soll das Papier für die Jahre 2024 bis 2027.

Demnach wird es eine tägliche Höchstzahl von Kreuzfahrtpassagieren geben, die in dem beliebten Reiseziel zugelassen sind. Gylfi Ólafsson, der Vorsitzende des Gemeinderats von Ísafjörður, erklärte in einem Medienstatement:

„Die Gemeinde profitiert sehr von dem hohen Touristenaufkommen. In den letzten Jahren haben die Menschenmassen die kleine Stadt im Sommer jedoch regelrecht überflutet. Daher müssen wir die Zahl der Gäste, die wir beherbergen können, zahlenmäßig begrenzen.“

Vorgesehen sind im ersten Schritt als Obergrenze 5.000 Passagiere pro Tag. Allerdings soll die Zahl mit der vor Ort wachsenden Infrastruktur Stück für Stück erhöht werden. Schon in zwei Jahren, so berichtet IcelandReview, könne die Obergrenze wahrscheinlich angehoben werden.

Zum Aktionsplan gehören finanzielle Anreize zur Verringerung der Umweltverschmutzung

„Wenn die Tourismusindustrie die Infrastruktur weiter verbessert, indem sie mehr Busse kauft und den Service verbessert, dann können wir problemlos mehr Gäste aufnehmen. Beispielsweise, wenn es mehr öffentliche Toiletten gibt“, sagt Ólafsson.

Zu den weiteren Eckpunkten des jüngsten Aktionsplans gehören finanzielle Anreize zur Verringerung der Umweltverschmutzung. Darüber hinaus wird die Gemeinde nachhaltigen Lösungen für die Abfallwirtschaft im Zusammenhang mit der Tourismusindustrie Vorrang einräumen.

Zu den weiteren Entwicklungen, die in dem Plan skizziert werden, gehören der Ausbau der Fußgängerwege in der Stadt und der Bau von mehr barrierefreien Infrastrukturen in der Nähe des Hafengebiets.
Außerdem ist geplant, die Lärmbelästigung durch Kreuzfahrtschiffe zu begrenzen, indem deren Kapitäne nur noch in Notsituationen hupen bzw. das Horn blasen dürfen. Das sollte in der Tat ein wenig Linderung verschaffen.

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