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Aber ansonsten… Puh!

Norwegen belegt Platz 1 in globalem Demokratie-Index – Nordeuropa generell top

Im diese Woche veröffentlichten Demokratie-Index 2021 der Economist Intelligence Unit (EIU) belegt Norwegen global Platz 1 – und zwar mit bemerkenswerten 9.75 von 10 möglichen Punkten.

index demokratie norwegen
Norwegen: aus demokratischer Sicht ein Genuss – und auch sonst. (Foto: Sorbyphoto)

Glücklicherweise schneidet auch der Rest Nordeuropas in dem Index sehr gut ab. Auf Rang 3 folgt (nach Neuseeland) bereits Finnland, an das sich wiederum Schweden, Island, Dänemark und Irland direkt reihen. Damit dominiert Nordeuropa, wenn man so will, die demokratische Top 10.

Sorgen muss man sich dennoch, weil das Gesamtergebnis der jährlichen Auswertung derzeit in die falsche Richtung läuft. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe…

Zunächst einmal ist da der ernüchternde Befund, dass mit Blick auf 2021 lediglich 21 Länder der Welt von der EIU als vollständig funktionierende Demokratien eingestuft werden – darunter übrigens auch Deutschland, Kanada oder die Schweiz. Insgesamt aber nur 6,6 Prozent (!) der Weltbevölkerung.

2020 noch waren es 23 Staaten, die rund 8,4 Prozent der Weltbevölkerung repräsentierten. Und auch einen Schritt darunter, sozusagen im demokratischen 1b-Sortiment der globalen Staaten, scheint etwas im Rutschen zu sein.

International wurden demokratische Strukturen 2021 zurückgedrängt

Ausdruck dessen ist, dass sich demokratische Strukturen 2021 laut Index insgesamt deutlich von der Mehrheit der Weltbevölkerung wegbewegt haben. So lebten 2020 noch 49,4 Prozent aller Menschen in mehr oder minder demokratisch geprägten Umfeldern. 2021 waren es nur noch 45,7 Prozent.

index demokratie
Weltweit ein recht deprimierender Status quo. Aber immerhin dunkles Blau im Norden von Europa. (Darstellung: EIU)

Wenn man dann noch sieht, dass Länder wie die USA (man erinnere den Sturm aufs Kapitol), Italien und selbst Frankreich nicht dem obersten Regal der Demokratien zugeordnet sind, kann man schon ins Grübeln kommen.

Von anderen wie Russland und China ganz zu schweigen, die zu Recht als autoritär eingestuft werden. Der Index basiert im Übrigen auf fünf zentralen Kriterien: Wahlverfahren / Pluralismus, Funktionsweise der Regierung, politische Partizipation, politische Kultur und bürgerliche Freiheiten.

Sicherlich wird es auch Kritik an Methodik und Aussagekraft der Ergebnisse geben, aber der Trend, der da zum Ausdruck kommt, ist schon bedenklich – ein Schuh, den man sich im Norden Europas freilich nicht anziehen muss.

Als bittere Erkenntnis bleibt dennoch: Den Index-Kriterien zufolge bieten derzeit 87 Prozent aller Staaten ihren Bevölkerungen weniger als eine gut und gefestigt arbeitende Demokratie. Das entspricht über 93 Prozent der Weltbevölkerung. Bildet der Index die Realität also halbwegs präzise ab, kann das unmöglich als gesund durchgehen.

Unser QUIZ zum Thema NORWEGEN

sh

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