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900 Kilometer lange Pipeline in Planung

Deutsches CO₂ soll vor Küste Norwegens im großen Stil eingelagert werden

Auch eine Maßnahme, um seine CO₂-Bilanz aufzuhübschen: Wintershall Dea und Equinor haben in dieser Woche Pläne vorgestellt, wonach Deutschland in Zukunft im ganz großen Stil industrielles Kohlenstoffdioxid vor der Küste Norwegens einlagern will.

Co2 Pipeline Norwegen Deutschland
Kohlenstoffdioxid aus deutschen Industrieanlagen soll unter der Nordsee eingelagert werden. (Grafik: Wintershall Dea)
Vorgesehen sind für die Einlagerung zwei ehemalige Gasfelder des skandinavischen Landes, die beide vor der Küste liegen. Transportiert werden soll das CO₂ dann über eine rund 900 Kilometer lange Pipeline, die von Wilhelmshaven aus in der Nordsee zu den Zielstätten führt.

„Die Sicherstellung einer zuverlässigen, kohlenstoffarmen Energieversorgung Europas hat für uns derzeit oberste Priorität, und Norwegen ist dafür der Schlüssel“, kommentierte Dawn Summers, Chief Operating Officer bei Wintershall Dea, das Vorhaben.

Den Plänen zufolge ist der Bau der Pipeline bis 2032 vorgesehen. Es ist also keine ferne Zukunft, keine Vision, über der Wintershall Dea und Equinor derzeit brüten, sondern eine sehr konkrete Wirtschaftskooperation.

Aus deutscher Sicht sollen die auf dem norwegischen Festlandsockel liegenden Speicherstätten vor allem zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen. Der ambitionierte Auftrag lautet, das Industrieland in der Mitte Europas bis 2050 treibhausgasneutral zu machen.

Das Verfahren mit dem Fachnamen „Carbon Capture and Storage“ (CCS) steht für die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung als Ersatz zur Emission in die Atmosphäre.

Die Technologie ist weit gediehen, wie es heißt, muss aber auch noch weiter erforscht werden. Das teilte das Bundesumweltamt parallel zu den Neuigkeiten aus Norwegen mit. Überhaupt soll das Projekt mit der Bezeichnung NOR-GE vor seiner Umsetzung erstmal umfassend geprüft werden.

Dazu gehört, dass schon vor der Vollendung der Pipeline CO₂ von Deutschland nach Norwegen gebracht wird. Und zwar per Schiff. Entsprechende Lizenzen sind bereits in der Mache.

Nach ihrer Fertigstellung wir die Pipeline eine Transportkapazität von 20 bis 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr haben, was etwa 20 Prozent der jährlichen Gesamtemission der deutschen Industrie entspräche.

Unser Geographie-Quiz: Norwegen und seine Landschaft

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