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Faszinierende Entdeckungen in hoher Frequenz

Norwegens neue archäologische Fundgrube: der wegschmelzende Lendbreen-Gletscher

Es gibt tatsächliche eine positive Begleiterscheinung des Klimawandels. Denn dort, wo heute im Rekordtempo die Gletscher wegschmelzen, kann auf einmal der Blick frei werden auf einzigartige Dinge, die Jahrhunderte im „ewigen“ Eis verborgen waren. Vor allem für Archäologen dürfte dies in manchen Regionen Nordeuropas den Beginn einer überaus spannenden Epoche markieren.

Slide Holzkiste für kostbares Gut - eine Kerze bei Nacht. (Foto: Glacier Archaeology Program Innlandet) norwegen gletscher 10 Slide Uralter Skischuh - für Pferde. (Foto: Glacier Archaeology Program Innlandet) norwegen gletscher 9 Slide Ein rostiges Messer, das zuletzt vor etwa 1000 Jahren genutzt wurde. (Foto: Espen Finstad/Oppland) norwegen gletscher 1 Slide Kein Scherz: Das ist mittelalterlicher Pferdemist. (Foto: Vivian Wangen, Museum für Kulturgeschichte) norwegen gletscher 7 Slide Ein etwa 1000 Jahre alter Wikinger-Fellschuh. (Foto: Vivian Wangen, Museum für Kulturgeschichte) norwegen gletscher 3 Slide Nach der Eisschmelze: Mittelalterliches Hufeisen im Geröll. (Foto: Espen Finstad/Oppland) norwegen gletscher 6 Slide Eisenzeitliches Gewand nach seiner Konservierung. (Foto: Mårten Teigen, Museum für Kulturgeschichte) norwegen gletscher 2 Slide Fäustling aus der Wikingerzeit, gegen die Kälte am Lendbreen-Pass. (Foto: Johan Wildhagen/Palookaville) norwegen gletscher 4 Slide Auch zahlreiche Pfeile wurden am Bergpass gefunden. (Foto: Glacier Archaeology Program Innlandet) norwegen gletscher 8 Slide Archäologen bei der Arbeit am Lendbreen-Bergpass. (Foto: Museum für Kulturgeschichte/Oppland) norwegen gletscher 5

Bestes Beispiel hierfür ist der Lendbreen-Gletscher im norwegischen Breheimen-Nationalpark, an dessen abschmelzenden Rändern Mitwirkende des Glacier Archaeology Program in letzter Zeit nahezu im Monatsrhythmus höchst interessante Entdeckungen machten (s. Fotogalerie).

So berichtet das Forscherteam dieser Tage von einer ominösen Holzschachtel, deren Zweck und Inhalt inzwischen geklärt werden konnte. Und zwar soll es sich um eine etwa 500 Jahre alte Kerzenbox handeln, die damals einem hiesigen Bergbauern gehört haben könnte.

Wichtig war das Utensil im 16. Jahrhundert deshalb, weil es der einzig denkbaren Lichtquelle – einer Kerze aus Bienenwachs – bestmöglichem Schutz bot. Als die im Eis perfekt konservierte Schachtel aus Kiefernholz gefunden wurde, war sie noch fest verschlossen. Genauso wie damals, wenn die Kerze tagsüber sicher verstaut war, um dem Besitzer nachts etwas Licht spenden zu können.

Spannend ist der Lendbreen-Gletscher aus archäologischer Sicht deshalb, weil hier vor Hunderten von Jahren ein Bergpass entlangführte, den schon die Wikinger genutzt haben. Ebenso wie Bauern, die ihr Vieh über diese Route auf die Sommerweiden führten. Daher sollen Kerzenkästen wie der zuletzt gefundene in der Gegend nicht unüblich gewesen sein.

Der neueste Fund ist Teil einer ganzen Sammlung uralter Gegenstände, die inzwischen aus dem Randbereich des Gletschers geborgen werden konnten. Hierzu zählen Waffen (Pfeile und Speere), Kleidungsstücke und Wanderstöcke, selbst Schneeschuhe für Pferde und mittelalterlichen Pferdemist legte das sich zurückziehende Eis frei. Einige der Utensilien sind bis zu 1.000 Jahre alt. Und natürlich fragt sich die Fachwelt: Was wird wohl das nächste große Ding sein, das am Lendbreen-Gletscher gefunden wird?

Hier die spannende Webseite Secrets of the ice, die sich mit dem Thema Archäologie und Klimawandel auseinandersetzt.

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sh

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